Mittwoch, 16. Dezember 2015

Nur in der dunklen Nacht

Seit einer Woche bist du weg. Ich weiß, dass ich dich nie mehr so in meinem Leben haben werde, wie ich es hatte. Ich werde meine Liebe zu dir nicht mehr so zeigen dürfen. Ich habe dich verloren. Das ist okay. Es ist dein Leben und wenn ich dort keinen Platz finde, muss ich das akzeptieren. Ich muss es verarbeiten.
Doch genau damit habe ich ein Problem. Ich darf es im Moment nicht verarbeiten. Ich würde allein da stehen, wenn ich weinen würde, ich würde wieder verlassen werden. Ich mich, was ich tun kann. Du hast mir all meine Gefühle genommen. Nur noch du bist in meinem Herzen und machst alles andere taub. Ich empfinde seit einer Woche nichts mehr. Du nimmst mir alles. Dass es so heftig wird habe ich nicht gedacht. Mit dem Verarbeiten unserer Situation könnte ich das alles wiederfinden. Ich kann niemanden bitten für mich da zu sein, weil mir niemand mehr etwas bedeutet. Das macht mir Angst.

Jedes Mal wenn ich dabei bin es zu verstehen und zu verarbeiten, werde ich gestoppt. "Wie lange möchtest du denn noch so sitzen?" "Das kann so nicht weitergehen." "Du musst stark sein und einfach weitermachen." "Ich akzeptiere das nicht, dass du so traurig bist." Ich bekomme gesagt, dass ich mich nicht so haben soll, weil es nicht mal eine Beziehung war. Ich werde nicht gehört. Und wenn ich wie heute vor einer Woche 10 Minuten weinend auf dem Boden sitze, bekomme ich diese Sätze gesagt. Ich muss also stark sein. Ich muss gute Laune haben. Ich muss funktionieren. Aber ich will es nicht. Ich möchte dich. Ich möchte es verarbeiten - ein letztes Mal so intensiv an dich denken dürfen und alles noch einmal durchgehen. Ich darf es nicht.
So habe ich eine Mauer. Sie hält erstaunlich gut. Sie bröckelt bei Nähe von Jemandem, aber ich kann sie wieder festigen. Ich kann spielen. ich spiele sogar besser als gedacht. Die Mauer um meine Gedanken hielt genau eine Woche an. Sie wurde zerbrochen. Von dir.

Ich lag im Schlaf, damit ich wieder Kraft für den nächsten Tag tanken konnte. Auf einmal bist du in meinem Traum.

Es war Sommer. Die Sonne schien. Du warst mit deinem Freund und ich mit meinem unterwegs. Wir vier liefen zusammen durch die Stadt. Uns war warm. Wir liefen in der Sonne und lachten. Jeder hatte seinen Partner an der Hand und es war alles schön. Du hattest deinen schwarzen Eyeliner perfekt aufgetragen. Wunderschön warst du anzusehen. Als wir eine Weile unterwegs waren, gingen du und ich alleine durch die Gegend. Wir gingen zu meinen Eltern, wo du dich umziehen konntest. Wir redeten über unendlich viele Themen und es war sehr entspannt zwischen uns beiden. Wir zogen uns um. Ich konnte dabei kaum meinen Blick von dir wenden. - Es war wie der Moment als du deinen Blick nicht von mir lassen konntest als ich mich das erste mal vor dir auszog. - Du hast jetzt etwas farbiges an. Das orangefarbene Shirt liegt eng an. Es geht bis kurz unter deinen Bauchnabel. Man kann eine weiße Schrift darauf erkennen. Deine graue Hose betont deine Figur. Ich sehe dich an und schmelze dahin. Ich verliebe mich jedes Mal neu in dich. Ich wollte dich in diesem Moment küssen. Es fiel mir ein, dass ich es wahrscheinlich nicht dürfte. Also schaue ich dich noch einen Moment länger an. Deine sanfte Haut und deinen Traumkörper. Ich war im 7. Himmel. Ich fragte mich, warum ich dich jemals verdient hatte. Es kam mir plausibel vor, dass du etwas viel besseres verdient hast, als ich dir jemals geben könnte. Ich dachte an unseren ersten Kuss. Ich nahm allen Mut zusammen und fragte dich, ob ich dir eine Frage stellen darf. Plötzlich wurdest du laut. Ich zuckte zusammen. "Ich habe gesagt, es ist Schluss und es ist endgültig! Du wirst nie wieder an mich heran kommen. Kapier das endlich!" Das waren deine Worten. Ich rannte weg - Die Treppen hinunter und einfach raus. Kurz überlegte ich, wohin ich gehen sollte, damit du mich nicht findest und ich mich in Ruhe verletzen konnte. Ich rannte mit Schmerzen im Knie in Richtung der großen Wiese hinter den Gärten. Da kam mir meine Mutti entgegen. Ich musste stoppen. Sie sah dich auf dem Dach und rief dich liebevoll runter. Ich ging neben ihr her. Als sie in das Haus ging, rannte ich in die andere Richtung. Da kamst du raus und mir hinterher. Du schaust mich schockiert an und hieltst mich am Arm fest. Gerade als du etwas sagen wolltest - wache ich auf. Vermutlich aus Selbstschutz.

Ich weinte. Ich blieb im Bett liegen und weinte. Ich war allein, also durfte ich es. Mir wurde bewusst, dass ich das endlich verarbeiten muss, damit es mich nicht so verletzt, wenn ich von dir träume. Es schmerzte echt heftig. Ich wurde daran erinnert, dass meine Mauer durchdringbar ist. Du kannst rein und raus spazieren, wann immer du das möchtest. Ich würde es immer zulassen, mich zu verletzen und mit einem Dolch zu erstechen. Das kann so nicht sein.
Ich liege wach und meine Mauer baut sich langsam wieder auf, weil ich nicht weiß, wie lange ich verarbeiten darf, bis ich wieder spielen muss. Ich möchte es so sehr. Am Ende kann ich es aber doch nur in der dunklen Nacht. Ich möchte dich so sehr und das kann ich nur zugeben, wenn ich ganz allein bin. Ich vermisse dich. Ich muss es mir eingestehen und es zulassen. dass es schmerzt. Ich fange an, mich auf meine Gefühle zu konzentrieren, damit ich wieder etwas für andere Personen empfinden darf. Ich möchte dich offen lieben oder es verarbeiten.

Ich denke an dich. Jede Nacht ganz offen. Jeden Tag im Stillen. Jede Minute bist du in meinem Herz. Ich verarbeite es nur in der dunklen Nacht - noch.

Montag, 30. November 2015

Verblasste Liebe

Liebe sie lebt von gemeinsam unendlichen Zeiten
Sie zehrt von der starken allesüberwindenden Kraft
Du möchtest sie so halten und zärtlich ausweiten
Aber wer sagt dir, dass du es schaffst?

Womöglich kommst du an eine Grenze – eine offene Stelle
„Ich möcht' es sehen und schau dahinter“ sagt ein Rebelle
Das sollte er nicht, denn jetzt ist er weg
In deinem Herzen ein einsam leerer Fleck.

Hätte ich ihn gehalten und leise weiter geliebt...
Ob es diese Liebe denn immer noch gibt?
Ich glaube sie gibt es, Ja sie gibt es noch.
Aber jetzt ist sie dort in einem tiefen dunklem Loch.

Ein Schleier von Nebel schwebt über ihr
Mein Rebell, bist du noch hier – hier bei mir?
Ich liebe dich, sag ich jetzt nur noch ganz leise.
Ich liebe dich auf diese eine besondere Weise.

Der Nebel öffnet sich langsam – Er ist bitterkalt
Die heiße echte unendliche Liebe – Nun sehe ich sie
Mein leeres offenes Herz findet sie sehr bald
Aber wieder erreichen kann es sie nie.

Es ist ein Stück verloren verblasster Traum
Daran zu denken schmerzt – ich wage es kaum
Ich tanke nun Kraft- Ich mache hier Rast
Unsere Liebe ist schmerzlichst verblasst.

In Erinnerung an die Person, der ich dieses Gedicht schrieb. <3

Es berührt mich selbst immer wieder von dieser Liebe zu lesen. Ich empfinde womöglich selbst eine verblasste Liebe, die sich aber darin unterscheidet, dass ich leise weiter geliebt habe. Es ist möglich, dass die erste oder eine besondere Liebe nie endet - aber sie verblasst. Im Moment beschäftige ich mich damit, ob es Sinn macht eine verblasste Liebe Raum und Zeit zur (Wieder-)Entwicklung zu geben. Es ist besonders und interessant, wenn sie wieder aufleben kann, aber was ist, wenn bereits eine andere Form der Liebe, die du nicht missen möchtest, in deinem Leben einen Platz gefunden hat?
Man möchte anhand  meines Liebesstils meinen, dass es recht einfach sei, aber es ist eine Täuschung. Meine Partner haben auch Gedanken und Ängste bezüglich meiner Situation. Ich könnte für die beiden mit entscheiden und sie zu einer Auseinandersetzung mit den Fakten zwingen oder ich handele selbstlos und entscheide nach den Wünschen der Anderen. Keines erscheint mir sinnvoll. Die verblasste Liebe soll weder verschwinden noch zu sehr präsent sein. Welcher ist der Mittelweg, den ich wählen kann? Wie kann ich mit dieser Person umgehen? Kann ich meine Partner um Hilfe fragen oder sollte ich sie vor dem Thema schützen?

Die verblasste Liebe bleibt für uns alle ein Kampf. Ob wir sie fühlen, sie durch uns empfunden wird oder jemand, den wir lieben sie empfindet. Es ist ein Stück verblasster Traum zu glauben, dass Liebe immer schön und einfach ist.

Freitag, 20. November 2015

Romantik in der Realität

Das Leben hält uns oft kleine Überraschungen bereit. Es sind kleine Zeichen, die man erkennen muss, damit sie atemberaubend auf uns wirken. Es kommt eine Zeit, in der die Romantik ein großes Zeichen für manche von uns zu sein scheint. Oft sind Frauen, wie ich, hoffnungslose Romantiker. Ich frage mich ständig, was für Sinn das Eine oder das Andere ergeben könnte. Wenn ich eine feste Lebenseinstellung habe, dann scheint es die hoffnungslose Romantik zu sein. Ich versuche alles um mich herum mit einer positiven Grundeinstellung zu begegnen. Dies kann aber auch zu Problemen führen. Wenn man sich sein Leben nach Idealen und Träumen vorstellt, kann man schnell etwas übersehen und auf den Boden der Tatsachen fallen. Man steht vor der ultimativen Romantik und weiß es, kann sich aber nicht darauf einlassen. Warum kann sich eine Romantikerin nicht auf dieses für sie starke Gefühl einlassen? Möglicherweise ist es der Zeitpunkt, der einfach nicht zu passen scheint oder es liegt am Lebensstil. Romantik hat nicht in jeder träumerischen Frau einen Platz im Leben – und dennoch liebt sie diese Gedanken und Gefühle. Es ist manchmal ein Spagat zwischen Realität und Traum. Man muss in seinem wirklichen Leben existieren, darf aber gleichzeitig nicht aufhören zu träumen. Wenn man in der heutigen Zeit wüsste, dass es die wahre Romantik noch gibt, würden sich vermutlich viel mehr Menschen für diesen Weg entscheiden. Es ist die Unsicherheit, die uns vorsichtig werden lässt. Wir sind romantisch und fühlen so, aber wir hemmen unser Bauchgefühl durch den Druck der Gesellschaft.
Ich habe immer davon geträumt, ein Leben mit einer Liebesgeschichte wie in einer romantischen Komödie zu haben. Womöglich habe ich diese Möglichkeit. Ich nutze sie aber nicht. Es ist eine Entscheidung, die mir nicht leicht fällt. Sie ist auch noch nicht endgültig, weil ich noch immer an die Kraft der Romantik glaube. Ich weiß nicht, was es für Zeichen so gibt, aber wenn ich mich für die herzliche Seite in mir entscheiden soll, dann wird noch ein Zeichen von Nöten sein. Dieser Ausdruck des Wartens soll nicht bedeuten, dass die anderen Wege nicht romantisch sein könnten, aber diese Gewissheit habe ich nicht. Schön, ja – aber romantisch?
Es ist ein furchtbares Haschen nach diesem Gefühl. Mein Kopf verwirrt mich ohne, dass er andere Gefühle erzeugt. Ich sehne danach solch eine tolle Geschichte irgendwann erzählen zu können. Ich werde eine Geschichte erzählen, aber sollte ich sie auch versuchen mitzuschreiben?

Montag, 16. November 2015

Beziehungen und ihre Anpassungen (Fortsetzung)

Nehmen wir jetzt mal die Extreme beiseite und beschäftigen uns mit Beziehungen. Vorrangig Liebesbeziehungen.
Es gibt in dieser Gesellschaft Normen, wie eine Beziehung sein sollte. Es herrschen meist noch die klassischen Vorstellungen von einer Frau und einem Mann. Obwohl heutzutage lesbische Liebesbeziehungen fast schon zur Normalität gehören, werden zwei sich liebende Männer im Allgemeinen noch schief angesehen. Im Generellen jedoch wird Homosexualität immer anerkannter in der Gesellschaft. Man verurteilt es nicht mehr als unmoralisch oder Abschaum, wie es einmal war. So hat sich die Gemeinschaft der gleichgeschlechtlichen Paare durch Einsicht und Toleranz der „Normalen“ integrieren können. Der Prozess der Akzeptanz dauert noch ein wenig an, aber ich denke, dass es bald schon etwas ganz normales sein wird.
Wie sieht es mit der Anpassung untypischer Beziehungstypen in die Gesellschaft aus? Am eigenen Leibe darf ich oft mitbekommen, dass wir doch nicht so tolerant sind, wie wir es vielleicht behaupten mögen. Ich lebe in 2 Beziehungen – eine Frau und ein Mann. Sie selbst führen zueinander keine Liebesbeziehung. Meine Empfindungen begrenzen sich nicht nur auf eine Person, sondern weiten sich auf mehrere aus. Das heißt, dass ich zu mehreren Personen Liebe empfinden kann. Oft wird dies verrufen, weil man „nur einen richtig lieben kann“ oder sich einfach nicht entscheiden möchte. Da frage ich mich: Warum sollte ich mich entscheiden? Wenn ich meine Liebe zu mehreren Personen ausweiten kann, warum soll ich es nicht machen? Mein Beziehungstyp erfordert, was die meisten vergessen, viel Arbeit. Es ist bei zwei Partnern der doppelte Aufwand an Emotionen, an Zeit und an Stress. Es ist aber auch meist die doppelte Liebe, die man erhalten kann. Meine Partner wissen von einander. Wir Polys leben von Transparenz und Ehrlichkeit. Kommunikation ist der wichtigste Schlüssel zum Erfolg einer polyamoren Beziehung. Es ist von dem Begriff der Polygamie ein Stück weit abzugrenzen, da jeder Partner nach Möglichkeit weitere Beziehungen führen kann. Es ist ein freiwilliges Bündnis, in dem jeder über seine Grenzen selbst entscheiden kann und aus dem man jeder Zeit „austreten“ kann.
Trotz der einvernehmlichen Zustimmung aller beteiligten Personen wird es in der Öffentlichkeit verrufen. Es zählt kaum, ob jeder mit sich selbst und der Situation zufrieden ist; die Meinung der Masse dominiert. „Das kann nicht funktionieren.“, „Das ist vollkommen falsch und unnatürlich.“, „Ihr empfindet keine wahre Liebe“ und andere Aussagen treffen andere oft, ohne sich einmal mit dem Thema befasst zu haben. Kommen wir zu dem Punkt der Anpassung. Sollten sich Polys in eine Gesellschaft anpassen, die sie verachtet und ihre Gefühle als unmöglich erachtet? Sollten diese Beziehungen geheim gehalten werden, weil sie als unnormal zählen? Ich denke nicht. Wenn wir versuchen uns in eine intolerante Gesellschaft einzupassen, bleibt es bei diesem verachtenden Bild über diese alternative Form der Liebe. Wäre es nicht sinnvoller je nach Möglichkeit von uns zu berichten und zu zeigen, dass es uns gut tut und wir damit mehr als zufrieden sind?
Ich lebe diese Einstellung. Zwar bekommt es nicht jeder von mir aufgebunden, aber wenn sich das Thema ergibt leugne ich nichts. Meistens wird nicht nachgefragt, weil „meine Freundin“ im Sprachgebrauch oft „eine Freundin“ ist. Es wird davon ausgegangen, dass ich von einer meiner Freundinnen erzähle, aber das ist nicht der Fall. Wenn ich dann nach meinem Partner gefragt werde, erzähle ich von meinen beiden Partnern. Wieder anderen erzähle ich es von mir aus – ohne gefragt zu werden. Ich passe nicht in diese Gesellschaft, aber das scheint mein Leben geworden zu sein. Ich verlange oft eine gewisse Akzeptanz meiner Situation. Mir ist bewusst, dass sie nicht immer sofort verstanden werden kann. Es ist mein Lebensstil und ich muss es leben. Menschen, denen ich wichtig bin versuchen es zu verstehen und stehen mir bei. Andere haben sich von mir abgewandt. Ich finde Gefallen an der Ehrlichkeit auch wenn ich auf Misstrauen und große Augen stoße. Es ist etwas Besonderes. Ich bin besonders. Meine Beziehungen sind es. Für Außenstehende oft besonders falsch oder besonders unbrauchbar, aber sie bleiben besonders. Ich verwirkliche mich selbst auf einer Art, wie sie nicht jeder kann. Ich bin stolz auf meine „Anpassung“. Es ist gefährlich sich nicht anzupassen, aber das riskiere ich, wenn ich dann wenigstens ICH selbst sein kann. Die Gesellschaft passt sich früher oder später auch an.

Veränderung - Anpassung?


Veränderung in eine Gesellschaft, die uns selbst nichts zu bringen scheint?!

Meinem Empfinden nach verändere ich mich im Moment sehr stark. Ich reife. Mir wird in letzter Zeit auch bestätigt, dass ich scheinbar weiter gekommen bin im Denken.
Aber woran misst man es? Wenn man die Entwicklung sieht, die man selbst tätigt, kommt man sehr weit. Beschäftigt man sich mit dem Entwicklungsstand der jeweiligen Alters- und Interessengruppe, merkt man schnell, dass man womöglich nicht ganz so weit ist, wie es einem vielleicht lieb wäre. Natürlich zeichnet jeder Schritt nach vorn auch eine "positive" Entwicklung aus und darauf kann man stolz sein.
"Man reift an seinen Aufgaben.", wird oft gesagt, aber stimmt es? Kann man nicht einfach auch in einer stillen Umgebung reifen? Der Verstand meint dabei die inneren Prozesse im Denken. Es ist auch eine Aufgabe in einem leeren Raum zurecht zu kommen und sich für sich selbst daran anzupassen. Man reguliert seine Körperfunktionen, um sich an Temperatur und Veränderung anzupassen. Vielleicht muss man sich nach der Zeit auch eine eigene Welt erschaffen, um weiter existieren zu können. In der vorgegebenen Welt kommt man mit seiner Einstellung und Bedürfnissen nicht mehr zurecht und sucht sich einen Ausweg in einer anderen Welt, was aber keineswegs etwas schlechtes bedeuten soll. Man wird vielleicht an die Gesellschaft immer unangepasster, entwickelt sich aber auf einem für sich viel wichtgeren Gebiet weiter.

Man muss sich nicht an die Gesellschaft anpassen, wenn man die Prioritäten anders setzt und setzen kann. Ein Kind, welches im Hospitalismus lebt, entwickelt für sich Muster und Strategien um lebensfähig zu bleiben. Gesellschaftsfähig wird es allerdings nicht mehr sein können und vermutlich je nach länge der sozialen Isolation auch nicht mehr werden können.



Dienstag, 10. November 2015

Christliche Erziehung im Wandel der Zeit - Gedicht

Für meine Freundin, der ich immer vertrauen kann und die nun auch mal meine kreative Ader brauchen konnte. Ich <3 dich

Christliche Erziehung im Wandel der Zeit

Gott vertraut uns die Erziehung und die Lebensform an
Die Wurzeln dafür stehen in der Bibel geschrieben
Außenstehende übernehmen die Erziehung später dann
Doch zuerst lehrt die Familie das Vergeben und sich zu lieben.

In der Antike begann man die Erziehung zu bedenken
Lange wollte man das Rechnen und Schreiben den Armen nicht schenken
Die griechischen Philosophen forderten Bildung für Jeden
Für die Erziehung hieß das der bezaubernde Garten Eden

Die Erziehung änderte sich durch den Wandel der Zeit
Nicht nur die herrschenden Schichten waren zum lernen bereit
Sokrates, Platon & Aristoteles wollte man nicht missen
Sie schufen die Grundlage: Bildung & Zugang zu Wissen

Im Mittelalter breitete sich das Christentum aus
Durch die Kirche gelangte die Erziehung in jedes Haus
Im 17. Jahrhundert mit der Aufklärung verliert die Kirche an Ansehen
Forschung und Experimente an Kindern sollten nun voran gehen
 
John Locke beschrieb das Kind als Tabula rasa – das leere Blatt
Die alten Ansichten hatte man nun langsam satt
Fortan wurde die Kindheit als eigener Lebensabschnitt benannt
Das neue Sichtbild wurde schnell und überall bekannt.
 
Es entstanden bald härtere Methoden, die der Erziehung zu Gute kamen
Zum Beispiel Züchtigungen mit dem Rohrstock und das ohne Erbarmen
Die Schule wurde von Erziehenden als Fesseln empfunden
Unter autoritärer Erziehung sollten Kinder die Welt erkunden.

Seit 1970 gibt es christlichen Schulen in unserem Land
Sie wurden von Christen geführt, waren staatlich und anerkannt
Heute gibt es neben einigen Schulen, die christlich sind
auch staatliche Bildungsstätten für jedes nicht-religiöse Kind.

Christliche Normen werden heute in die Gesellschaft einbezogen
Die Schützlinge werden von uns wieder antiautoritär erzogen
Die Bedeutung der Kirche wird sich möglicherweise weiter wandeln
Wir werden es noch sehen, wonach wir später handeln.

Freitag, 6. November 2015

Verlorener Brief, der niemals seinen Empfänger erreicht

Lieber J.,

Du kannst dir nicht vorstellen, wie sehr ich es vermag dich zu vermissen. Du fehlst mir wieder jeden Tag mehr. Am Anfang hatte ich Hoffnung, nachdem unser Treffen so überraschend gut lief, aber mittlerweile gehen mir die Ausreden aus, warum du dich wohl nicht melden wirst. Ich rechtfertigte es mit Stress und Gedanken voller neuen Eindrücken. Mittlerweile weiß ich, dass du mich vergessen hast. Ich bin nicht mehr in deinem Leben und das schmerzt. Es ist nicht mehr ganz so schlimm, wie es noch vor 3 Monaten war. Ich weiß nicht, ob es wieder so wird. Ich hoffe wieder jeden Tag auf das Wunder, dass du dich melden wirst, obwohl ich weiß, dass es eine Illusion ist.
Ich frage mich wieder, ob ich dir schreiben sollte. Ich denke darüber nach, dass deine Freude am letzten Treffen nur vorgespielt oder aus Anstand war. Wie solltest du dich auch ernsthaft freuen, wenn du es ein Jahr davor nicht geschafft hast, dich bei mir zu melden. Ich bedeute dir nichts mehr. Ich bin nur eine Erinnerung.

Ich möchte nicht zu einer hoffnungslosen Person werden, die der Liebe ihres Lebens nachtrauert. Aber das bist du für mich nicht und warst du auch nicht. Du warst mehr und leider bist du es immer noch. Du bist der große Bruder, den ich nie hatte. Der beste Freund für den man durchs Feuer gehen würde, egal was passiert. Ich würde es immer noch machen. Für dich. Aber du willst mich nicht. Meine Gedanken und Gefühle bedeuten dir nichts. Haben sie es jemals?

Stellt sich mir nun die Frage, was ich für dich war und was ich noch bin. Ich weiß, dass ich immer unwichtiger war als du es mir warst. Mir ist auch bewusst, dass ich jetzt noch viel weniger bin. Und vor allem bin ich viel weniger als mir lieb ist. Wenn ich dich richtig einschätze und die gemeinsamen Erlebnisse einbeziehe, war ich eine Freundin. Du behandelst deine Freunde sehr herzlich. Du hast es getan. Ich weiß auch, dass sich das nach mir noch weiter verändert hat. Weiterhin bist du ein Mensch für längere Beziehungen und möchtest etwas nicht einfach fallen lassen. Warum ließt du mich dann fallen? Ich denke, dass die Gründe, die du mir nanntest nicht die wahren sind. Ich erkläre mir dein Verhalten durch dein Studium und deine Entfernung. Du hattest plötzlich keine Zeit mehr für Freunde und da ich mit dir eine recht kurze Zeit verbracht hatte, fiel es dir leichter, mich gehen zu lassen. Es sind Vermutungen.

Was ist dieses Gefühl, welches ich jetz empfinde?
Wenn ich so darüber nachdenke, weiß ich es nicht. Ich habe in meinem Blog oft versucht darüber zu schreiben, zu klassifizieren und es zu realisieren. Aber ich weiß es nicht. Es ist weder eine Freundschaft, der ich hinterher trauern würde, noch ein Liebeskummer, der nicht aufzuhören scheint. Es ist irgendwie mehr. Ich kann es nicht greifen. Für mich bist du ein äußerst wichtiger Mensch, auch wenn dich das nicht mehr interessieren mag. Es ist Schmerz, Trauer, Wunschvorstellungen und Verlust. Ich kann ohne dich leben, möchte es aber nicht.
Wie ich damit umgehen soll ist mir noch nicht bewusst. Mir würde es vermutlich kurzfristig gut tun, wenn ich dich kontaktieren würde und wir schreiben. Wenn du aber nicht zurückschreiben würdest oder Eigeninitiative ergreifst, würde ich merken, wie unwichtig ich bin. Ich bin es jedoch nicht.
Anderen bin ich wichtig und mir selbst auch. Also werde ich dir nicht hinterher laufen. Ich werde es versuchen.

Dienstag, 27. Oktober 2015

S-E-L-B-S-T

Mit sich selbst muss man am längsten ein Leben führen. Man muss mit sich also am längsten zufrieden sein. Was bringt es mir, wenn ich jemand anderen glücklich machen kann, wenn ich mich selbst auf Dauer verletze. Eigene Bedürfnisse sollten bei jedem von uns im Vordergrund stehen und dennoch verlangt die Gesellschaft, dass wir möglichst selbstlos handeln. Doch leben wir in einer sozialen Gesellschaft? Nein. Ist eine soziale Gesellschaft eine solche, die Menschen betteln lässt? Eine solche, in denen es Menschen nur gut gehen kann, indem oder weil andere leiden? Eine, in der es nur um Geld gehen kann, damit wir überleben?
Wir machen uns selbst kaputt, sodass wir dann soziale Berufe in Anspruch nehmen können. Wir brauchen Hilfen zur Erziehung, weil wir verlernt haben, auf uns selbst zu hören.

Man muss mit sich selbst glücklich sein können. Kann man alleine glücklich sein? Hoffentlich. Es ist in dieser "sozialen" Gesellschaft ein Muss, meiner Meinung nach. Wenn man mit sich selbst nicht klarkommt und die Stille um einen ertragen kann, wird man auf Dauer nicht in der Lage sein in Gesellschaft zu leben. Man sollte sich selbst lieben können, bevor man anderen mit Liebe begegnet. Wie könnte man sonst mit negativer Kritik oder Zurückweisung umgehen durch welche die Allgemeinheit aber sehr geprägt ist? Wir müssen uns von der Masse abheben, um einen Job oder Anerkennung zu bekommen. Wir führen also Konkurrenz aus, um uns selbst zu schätzen. Dabei geht es uns gut, wenn wir besser / schneller / reicher / ... als andere sind. Uns geht es gut, wenn andere leiden. Aber manchmal müssen wir zurück stecken. Man muss begreifen, dass man nicht überall gut sein kann. Man erfährt Verlust oder setzt sich mit moralischen Grundansichten auseinander. Möglicherweise stellt man fest, dass man sich selbst nur über andere definiert. Was kann ich besser? Was kann ich schlechter? Aber die Frage nach dem "Was kann ich überhaupt?" oder "Was kann ich gut?" bleibt oft aus. Dabei ist das am Wichtigsten. Wir müssen versuchen ein positives Selbst zu erschaffen, damit wir es in der Gesellschaft aushalten werden. Einige Menschen werden uns zwar dabei helfen, doch sind wir auch oft auf uns gestellt und bekommen womöglich noch "Arschtritte".

So muss man sich im Kehrschluss auf sich selbst konzentrieren in einer Gesellschaft voller "Selbst" Fuß zu fassen. Kenne ich meine Bedürfnisse und Wünsche, wird es mir leichter fallen, mich darüber zu äußern und sie schließlich auch zu erlangen. Ich muss es schaffen, allein glücklich zu sein und mit mir und meinen Mitteln gut auszukommen. Unter sozialen Beziehungen könnte es mir dann leichter fallen. Im anderen Fall kann ich immer noch auf mich selbst zurück kommen.

Es ist ein Paradox, dass man als sozialer Mensch erst auf sich und dann auf andere schauen muss, um auf Dauer mit anderen Leben zu können, aber so verlangt es nun mal diese Gesellschaft. Es ist kaum noch einer für einander da. Sogar in familiären Sozialisationsprozessen werden die Schützlinge immer mehr allein gelassen und sind früh auf sich selbst gestellt. Möglicherweise eine Chance sich selbst kennenzulernen, aber auf jeden Fall ein Fehler im System einer sozialen Gesellschaft.

Verlässt man sich auf andere, ist man verlassen. Man selbst ist seines Glückes Schmied. Mit einem selbst muss man am längsten im Leben gut auskommen. Ich stehe mit meinem gesunden Egoismus im Mittelpunkt meiner selbst, versuche aber selbstlos zu handeln. ( -> Auszüge aus Gedanken und Zitaten)

Selbst - Sich Eigenständig Lieben Bevor man nur Sozial Träumt

Donnerstag, 22. Oktober 2015

Fehl am Platz

Man ist mit mehreren Personen in einem Raum und fragt sich, was für eine Rolle man gerande annimmt. Möglicherweise ist man überfordert oder man ist sich einfach nur unsicher, wie man sich verhalten soll. Oft ist es so, dass es eine gewisse Vorgeschichte gibt, die einen prägt. Eine Erfahrung, die uns handeln lässt. Doch was, wenn sie uns unrecht tut. Was, wenn wir gern frei von unseren Gedanken handeln wollen, um ein Bild bei den anderen zu erzeugen?

Ich sitze am Tisch und weiß, dass ich eine unwichtige Rolle für den Moment einnehme. Ich weiß von einer Vorgeschichte, die für mich scheint, als würden sich die Parteien gegen mich verbinden. Es ist die besondere Liebe zwischen einer Mutter und einem Sohn. Gespräche, von deren genauen Inhalt ich nichts weiß. Ich weiß aber, dass sich die Liebe unter den beiden auf mich nicht gut auswirken kann. Ich liebe meine Eltern selbst auch und rede mit ihnen über bestimmte Sachen aus meiner eigenen Beziehung, jedoch wurde ich auch zur Offenheit und Ehrlichkeit erzogen.
Wenn jemand ein Problem mit einer anderen Person hat, sollte man es ihr sagen und nicht nur spüren lassen und mit verbündeten Parteien reden. Es wird schnell gefährlich, dass ein falsches Bild oder gar eine Ausgrenzung passiert.

Ich sitze also hier und schaue den beiden beim Schach zu. Ich frage mich zum einen, ob ich dieses Spiel jemals beherrschen kann und möchte. Auch wenn es mir nur dazu dient eine gemeinsame Ebene mit meinem Partner zu finden und er sich nicht immer andere suchen muss. Ich schaue zu und denke über jeden Zug nach. In den Pausen gehen mir Gedanken über die Konstellation durch.
Ich sitze nur daneben und schaue zu. Ich weiß, dass die beiden ein heimliches Gespräch über meine schlechten Eigenschaften geführt haben. Ich weiß auch, dass mir keiner offen sagen möchte, worüber genau. So bin ich nur ein stiller Teilhaber, verunsichert von der Vorgeschichte. Ich kann keinen Weg finden, wie ich mich in der Situation wohl fühlen soll. Dabei sollte ich denken, dass ich nicht allein bin. Ich müsste auch gar nicht in dieser Situation sein - nicht mehr. Ich würde gern zeigen, dass ich im Moment zufrieden bin. Ich möchte spielen, damit ich keinen weiteren Stress produziere. Doch ist es weder authentisch, noch fühlt es sich für mich gut an.

Seit Wochen denke ich darüber nach, was ich eigentlich auf lange Zeit möchte. Es kommen Gedanken auf, dass man noch einmal komplett neu anfangen kann - ohne jede Person, die einen Schwierigkeiten bereitet indem sie unehrlich zu dir ist. Ich stelle mir vor, dass ich stressfreier auf Dauer leben würde, wenn ich nicht versuche etwas zu produzieren, was so nicht gewollt ist. Eina Harmonie erreicht sich schlecht, wenn andere nur einen scheinheiligen Frieden wollen. Richtige Harmonie ist ein Zusammenspiel - eine gemeinsame Produktion.

Ich fühle mich hier fehl am Platz. Ich kann und möchte mich nicht verstellen müssen in meinem privaten Umfeld. Ich möchte wissen, wenn jemand mit mir ein Problem hat. Und ich möchte, dass man zu mir steht, wenn man mit mir einen gemeinsamen Weg gehen möchte.

Es kränkt mich zu wissen, dass ich mich nicht zu unrecht allein fühle. Zu wissen, dass man auf irgend einer Weise ungewünscht ist, aber es nicht zu sehen... Dieser Zwiespalt zwischen versteckter Realität und offenkundig gelogener Welt verwirrt mich. Es ist nicht meine Art, sich zu verstecken, aber ich werde bei diesen Parteien wohl schauspielern müssen, wenn ich sie zusammen ertragen möchte. Dieser Gewissenbiss zwischen ethischer Pflicht und moralischer Aufrichtigkeit. Ich sollte es ertragen, ohne Probleme, jedoch nicht zu den Konditionen.

Fehl am Platz.

Samstag, 3. Oktober 2015

Neuer Lebensabschnitt - Hoffnung?!

Ich ziehe aktuell in meine eigenen Wohnung nachdem ich ein halbes Jahr bei meinem Partner gewohnt habe. Ich hatte vorher schon Angst, dass es schief gehen würde und ich es früher oder später bereuen werde. Da ich gerade erst aus seiner Wohnung, die ihm nicht alleine gehört, raus bin, kann ich noch nicht beurteilen, ob ich diesen Schritt mit einer eigenen Wohnung bereuen werde. Allerdings fühle ich mich jetzt schon einsam. Sehr einsam.
Beim Umzug geht alles schief und ich schaffe es nicht rechtzeitig anzukommen bevor mein neuer Lebensabschnitt beginnen wird. So fiel ein Tag vorher mein Fahrer für meinen Umzug aus, das Möbelhaus machte einige ärgerliche Fehler und einige Möbelstücke bekomme ich einfach nicht in meine Wohnung transportiert. Dann kommt noch dazu, dass mein Partner dem Auszug aus seiner Wohnung nicht freudig gegenüber steht und mich dahingehend nicht komplett unterstützen kann. Er möchte sich erst bei mir wohlfühlen, wenn ich alles fertig habe. Und das schaffe ich später als gedacht. zu spät?  Ich weiß, dass er sich in einer anderen Wohnung sehr schlecht einleben kann und möchte. Und dass er nicht zu mir möchte macht mich zusammen mit der Tatsache, dass meine Freundin wieder weit weg muss sehr einsam. Einsam und nachdenklich. So überlege ich gerade, was für mich Sinn macht. Was möchte ich in meinem neuen Lebensabschnitt verändern und was möchte ich beibehalten? Macht eine Beziehung Sinn, die nicht auf die Dauer ausgelegt ist? Belaste ich mich wenn ich die Bindungen versuche aufrecht zu erhalten, auch wenn es auf die Dauer keinen Sinn macht? Werde ich am Ende verletzter sein, als wenn ich mein Leben einfach jetzt verändere?

Neben der Einsamkeit beschäftigt mich der Gedanke an meinen Partner ziemlich. Es wurde klar, dass wir niemals zusammen wohnen werden. Dass wir verschiedene Vorstellungen von einer Beziehung haben und dass er meiner Zukunfts- und Familienplanung nicht zustimmen kann. Ich weiß, dass es unter diesen Umständen schnell zu unlöslichen Konflikten und einer Trennung kommen kann, wenn die Zukunft gekommen ist. Ich frage mich nur wann diese Zeit gekommen ist und ob er seine Meinung bis dahin vielleicht ändern wird. Freiwillig ändern wird?! Ich habe Angst, dass er mich dann sehr stark verletzen muss und ich diese Zeit mit ihm dann versuche schlecht zu reden, da ich eine andere Person finden muss, die mein Leben bestimmen soll. Dabei möchte ich, dass er der Mann an meiner Seite ist, denn noch nie zuvor wurde ich so geliebt wie von ihm. Er macht mich zu einem anderen Menschen. Er schafft es, meine Wünsche an eine Beziehung im Sinne der Romantik zu erfüllen und zeigt mir, dass meine Vorstellungen von Nähe keine unrealistischen sind, wie ich es immer dachte. Diese Liebe und das bedingungslose Vertrauen erlebt man nur selten. Vielleicht ist genau das der Grund, was mich so traurig macht... Es macht auf Dauer keinen Sinn, wenn er seine Zukunft nicht mit mir planen möchte und wir verschiedenste Ansichten haben. Allerdings macht es auch keinen Sinn eine so intensive Liebe ziehen zu lassen. Ich fühle mich innerlich zerrissen und weiß nicht, wofür ich mich entscheiden werde. Ich möchte ihn nicht verlieren. Aber ich möchte genauso wenig in 2 Jahren da stehen und verletzt versuchen eine andere Beziehung aufzubauen, damit ich meine Pläne erfüllen kann. Mein Wunsch nach einer Familie, die zusammen wohnt und möglicherweise einen gemeinsamen Namen trägt.
Vielleicht ändere ich meine Sicht auch, Das wäre gut für meinen Partner und mich. Aber ich kann es mir schlecht vorstellen.

Mein neuer Lebensabschnitt beginnt in einer Woche. Ich werde sehen, was sich dann verändert. Ich hoffe, dass ich meinen Partner nicht aufgebe, dass ich ankommen werde und dass sich alles zum guten dreht. Und wenn ich mir meinen Post nochmal so durchlese, schreibe ich  optimistischer als es sich anfühlt. Die Hoffnung stirbt zuletzt ... Aber sie stirbt.

Donnerstag, 24. September 2015

Besser - aber nie mehr wie früher

Entgegen der meisten Meinungen besuchte ich meinen Kryptonit ohne ihn zu informieren. Ich träumte die Nacht zuvor wieder von ihm und ich konnte diese Sehnsucht nicht mehr aushalten. Mein Vermissen wuchs ins Unermessliche. Ich wollte ihn noch einmal sehen, bevor er das Land für ein halbes Jahr verlässt. Aber wie? Wenn ich ihn angerufen hätte, würde er mich zurückweisen und sagen, dass er keine Zeit hätte. Zum Schreiben fehlten mir die Worte und um ihn zu besuchen, hatte ich zu wenige Informationen. Ich wusste nicht, ob und wann er noch einmal Zuhause sein würde. Ich wusste nicht, ob er allein ist und ich war mir nicht sicher, ob er mich sehen mochte. Dennoch stieg mein Gefühl der Sehnsucht weiter. Er hatte einen schmerzlichen und bleibenden Eindruck hinterlassen. Damals machte er mir mehr als klar, dass er keinen Kontakt mehr mochte und in mir brach etwas zusammen. Es brach etwas zusammen, was ich wieder zu flicken versuchte. Es gelang mir nicht.

Meine einzige Möglichkeit war es, ihn nochmal zu sehen. Wenn er mich wieder zurückweisen würde, weiß ich, dass alle Hoffnungen nach ihm eine Illusion waren und werde es leichter schaffen, dieser zu entkommen. "Und wenn er dich nicht zurückweisen wird?", sagten mir meine engsten Personen. Sie wussten, wie sehr ich mich nach ihm sehnte und hatten Angst von mir weggestoßen zu werden, falls er mich doch wollen würde. Sie rieten mir, einfach ohne ihn weiter zu machen oder mich vollkommen abzunabeln. Ich sollte versuchen, ihn zu vergessen und nach einem Ersatz für ihn suchen. Ich fühlte mich so unverstanden. Ich wusste, dass aus ihnen die Ängste sprachen, aber ich dachte auch, dass sie meine Sehnsucht nach ihm einordnen könnten. Es war paradox von ihnen Verständnis zu erwarten. Also informierte ich sie, dass ich ihn sehen möchte und danach möglicherweise in ein tiefes Loch fallen würde, falls er mich ablehne. Sie sagten, ich solle es nicht tun und dass ich vorsichtig sein sollte, falls ich es doch tat.

Ich tat es.
Ich besuchte ihn ohne Vorwarnung. Auf dem Weg dorthin bekam ich Angst und zitterte ich immer stärker. Mein Fahrer, ein neu gewonnener Freund, beruhigte mich und meinte, dass er in der Nähe bliebe, falls es schief gehen sollte. Ich stieg aus dem Wagen und lief zur Haustür. Nach 3 Sekunden und hunderten Gedanken klingelte ich. Ich hoffte, dass er da war, aber ich konnte nicht sagen, wie ich reagieren würde, wenn er wirklich öffnet. In diesem Moment ging die Tür auf. Er lächelte und sprach überrascht meinen Namen. Er bat mich nach innen und fragte, ob ich einen Tee trinken mochte. Da stieg mir sein Geruch in die Nase. Genau wie ich ihn in Erinnerung behielt. Ich zitterte noch immer während er den Tee bereitete und sagte, dass es zwar überrascht, aber sehr erfreut über meinen Besuch sei. Ich umarmte ihn. Es war himmlisch, aber viel zu kurz. Dann fingen wir an zu reden. Über alles. So wie es schon immer war. Trotz meinem Vertrauen ihm gegenüber wirkte das alles so befremdlich. Ich hatte ihn so vermisst und ich würde es weiter tun. Ich sagte ihm, dass mich seine Abwesenheit sehr verletzte und ich oft von ihm träumen musste. Er entschuldigte sich. Er wusste nicht, dass es so etwas starkes in mir auslösen würde. Er dachte damals, dass es das Beste für uns gewesen sei. Ich hörte ihm gespannt zu und er lauschte mir. Er fragte nach. Er schien sich wirklich zu freuen und sich für mich zu interessieren.

Nach einer Tasse Tee und so vielen Themen in der Kürze der Zeit, bat er mich zu gehen. Ich wusste, dass er sehr im Stress sein würde, wenn ich käme und so freute ich mich über die halbe Stunde, die er sich für mich Zeit nahm. Ich ging und fühlte mich so viel unbeschwerter als zuvor. Ich war glücklich. Aber ich war nicht verliebt. Nicht in ihn. Ich weiß, dass es nie wieder so sein wird, wie es mal war. Es ist eine platonische Bindung geworden - keine erotische.
Nach dem Treffen war ich um 200 Prozent fröhlicher, wenn es reichte. Ich war allerdings auch sehr nachdenklich. Ich weiß bis heute, einige Tage später, nicht, was er für mich ist. Ich weiß aber, dass mich dieses Treffen unglaublich stark machte und mir zeigte, dass meine ganzen Zweifel über das Abweisen seinerseits unbegründet war. Ich würde diese Beziehung einseitig halten, wenn ich eine zuließe, aber er würde mich nicht weg stoßen. So kam ich zu folgenden Gedanken:

Ich möchte nicht, das mich jemand wegen einer verflossenen Freundschaft aufgeben muss oder davor Angst hat. Ich mochte ihn nicht zurück haben oder erobern. Ich möchte ihn verarbeiten und muss kein Leben mit ihm haben. Wenn wir uns wieder befreunden, soll es so sein, aber es muss nicht mehr so sein, wie es mal war. Man wächst mit seinen Aufgaben und er ist eine, die mir viel Kraft kostete und noch kosten wird, aber er ist bestimmt nicht mein Lebensinhalt. Auch wenn ich nie aufhören werde, etwas zu empfinden, hat er nicht die Macht über mich zu entscheiden und meine Gefühle zu bestimmen. Nicht mehr. Mir geht es jetzt besser, als ich ihn gesehen habe, ja. Aber ich werde mich nicht mehr von ihm abhängig machen. Ich führe mein eigenes Leben. Er bleibt mein Kryptonit und erlangt eine platonische Liebe. So ist es besser - aber es wird nie mehr so (schön/ intensiv/ bedingungslos) wie früher.

Ich bin sehr froh, auf mein Bauchgefühl gehört zu haben und ihn getroffen habe. Es hilft mir, nicht mehr so sehr trauern zu müssen, wie ich es in dem letzten Jahr tat. Auch wenn ich sehr große Angst davor habe, dass er sich auch jetzt nicht melden wird und mich wieder fallen lässt, habe ich erst einmal wieder Kraft um glücklich weiter zu machen. Meine Freunde und Familie ist für mich da. Und dafür danke ich ihnen. Besonders danke ich den zwei Menschen, die mich lieben und es schaffen in einer Partnerschaft mit mir zu sein. Ihr gehört zu meiner Familie <3 Und so ist es besser und nicht mehr so wie früher. 

Mittwoch, 16. September 2015

Vertrautheit

Vertrauen schenkt man Menschen dann, wenn man sie gut kennengelernt hat und sie einzuschätzen weiß. Man ist sich meist darüber bewusst, welche Wirkung sie auf einen haben und was sie für einen machen würden. Manchen Mitmenschen vertraut man sehr schnell, weil man ähnliche Situationen (meist negative) durchlebt hat oder weil sie einem selbst einfach ähnlich sind. Andere kämpfen über Jahre um unser Vertrauen.
Bei mir ist es meist ein Bauchgefühl, was mich bisher nicht enttäuschte. Anhand eines Treffens hatte ich ein Bauchgefühl und war mir meist sehr zeitig im Klaren, wem ich vertrauen kann. Es kam vor, dass ich bei anfänglicher Unstimmigkeiten eines Besseren belehrt wurde und ich demjenigen doch vertrauen konnte. Vertrauen kann aber auch gebrochen werden. Jeder von uns durfte so etwas schon einmal erleben. Eine Freundin, die etwas weitersagte. Ein Geliebter, der uns verletzte und falsch darstellte. Eine Person, die uns nachhaltig enttäuschte. Doch woran messen wir Vertrauen?

Ist Vertrauen in andere Menschen das Gefühl, was uns entscheiden lässt, was wir wem erzählen? Ist es die zwischenmenschliche Beziehung, die uns bei gewissen Menschen so zeigt, wie wir sind - ohne uns verstellen zu müssen? Oder ist es ganz simpel, der Glaube in eine Person, dass sie zuverlässig und verlässlich ist?

Meiner Meinung nach ist das Vertrauen in Jemanden sowohl die von uns wahrgenommene Verlässlichkeit, als auch das Gefühl über die Sicherheit unserer Worte und Handlungen in Anwesenheit dieser Person. Das Vertrauen beeinflusst die Zwischenmenschlichkeit, was uns anfangs nur als Bauchgefühl und später als fester und möglicherweise begründeter Teil unseres Empfindens für den Gegenüber erscheint. Wir bauen eine Bindung auf, die je nach dem Grad der Vertrautheit schneller oder langsamer gefestigt wird - oder bei Verlust des Vertrauens zerbricht.
Doch kann man das Vertrauen in eine Person verloren haben und später schneller wieder aufbauen können als bei Fremden? Oder hat man zu manchen Menschen aufgrund von vergangenen Empfindungen ein gewisses "Restvertrauen"?

Ich habe die letzten Tage sehr intensiv darüber nachgedacht, weil das Ende meiner ersten Beziehung 7 Jahre her ist, ich jetzt aber wieder Kontakt mit dieser Person habe. Damals hat er mich ziemlich stark verletzt und er war naiv und dumm. Wir waren Kinder und dennoch hat er mein Vertrauen verletzt. Ich hatte einige Zeit danach einmal versucht Kontakt zu ihm wieder aufzubauen, aber er blieb in meinen Augen sehr arrogant und uneinsichtig.
7 Jahre nach der Trennung sind wir nun beide unglaublich weiter gekommen und haben uns sehr verändert. Dennoch konnten wir innerhalb einer Woche schriftlichen Kontakt unser vollstes Vertrauen in den anderen wiederfinden. Obwohl wir uns jetzt nach 7 Jahren kaum noch kennen müssten, fühlt es sich für uns beide so an, als wäre kaum Zeit dazwischen gewesen. Bei unserem ersten Wiedersehen sprachen wir über die intimsten Sachen, erzählten uns alles Wichtige und konnten sofort zu einander finden. Diese Vertrautheit überrascht uns beide und dennoch war es sehr angenehm. Körperlich standen wir uns auch näher als so manchen Freunden, die wir gerade einmal zur Begrüßung umarmen. Ich weiß nicht was sich aus dieser Vertrautheit noch entwickelt, aber ich freue mich sehr darüber, dass es uns gelungen ist, so miteinander umzugehen. Man könnte sagen, dass die erste Liebe immer etwas besonderes ist, korrekt, aber ist dann nach so vielen Jahren wirklich so oft so viel Vertrauen wieder da?

"Nichts schuf engere Vertrautheit als Schweigen" - Graham Greene

Sonntag, 30. August 2015

Nähe

Ich bin eigentlich ein sehr offener Mensch und mag es von Freunden und netten Menschen Nähe zu bekommen. Eigentlich.
Seit ein paar Wochen ist das komplett anders. Ich würde mich am liebsten in meine kleine Seifenblase von Träumen und Privatsphäre zurück ziehen und keinen mehr an mich heran lassen. Ich möchte für mich alleine weinen können und nur noch sehr wenige Menschen von mir wissen lassen, was mich berührt. Doch auch Geselligkeit lag mir immer sehr nah am Herzen. Meist half sie mir von meinem Ausschluss an der Gesellschaft wegzukommen. Die Ironie erklärt sich glaube ich von selbst. Ich weiß einfach gerade nicht, wie ich das alles in Einklang bringen kann.

 Heute habe ich ein Herzensmensch meiner Freundin getroffen und wir haben zusammen fast eine volle Stunde lang Zeit verbracht. Bald schon merkte ich, dass es mir sehr schwer fällt ihn längere Zeit anzusehen, einen kleineren Bewegungsfreiraum als 50 cm zu haben oder eben auch ihn zu umarmen. Ich weiß, dass ich also für seine Verhältnisse sehr abweisend gewesen sein muss, da er ein Mensch ist, der sehr nah ist. Er erzählte mir, dass sehr wenige damit klarkommen und dann überlegte ich, wie ich eigentlich bin. Ich mag Nähe sehr und umarme viele Menschen - einfach, weil sie mir sympathisch sind. Heute war es anders. Ich konnte es nicht. Ich wollte absolut keine Nähe. Wir haben zusammen überlegt, warum ich es nicht ertragen kann. Der Grund war zu simpel - Ich bin einfach zu verletzt. Verletzt von meinen Träumen, meinen Hoffnungen und meinen Gedanken an diese eine Person. Schon wieder fehlen mir die Worte, wenn es um ihn geht. Ich kann es einfach alles nicht mehr ertragen. Ich wünsche mir momentan nichts mehr als seine Nähe oder zumindest seine Aufmerksamkeit erlangen zu können.Wenn ich enttäuscht werde wird es der schlimmste Schmerz, den ich bisher erfahren musste, glaube ich. Was mir dann noch hilft, kann ich momentan nicht einschätzen, aber will ich es überhaupt riskieren?
Eigentlich warte ich auf diesen einen schwachen Moment, in dem ich einfach zu ihm fahre ohne ihm vorher zu schreiben. Und es klingt verlockender als je zuvor. Meine beste Freundin nahm mir ein wenig den Wind aus den Segeln, indem sie meinte, dass er momentan ein richtiger Arsch sei. Er ist sehr mit sich selbst beschäftigt und würde mich nicht wahrnehmen oder gar wieder zurückweisen, damit er keine weiteren "Freunde" ertragen muss. Trotz allem kann ich es nicht akzeptieren. Ich möchte ihn wiedersehen, mit ihm sprechen, ihn umarmen. Bei dieser Vorstellung muss ich jedes Mal weinen, weil sie einfach eine zerplatzte Illusion ist - sagt man mir. Seine Nähe wäre Balsam für meine Seele.

In der vergangenen Woche gab es eigentlich nur eine Person, die mir wirklich nah war. Meine Freundin und ich sind uns näher gewesen als je zuvor. Es tut sehr gut und erfüllt mich mit so viel Liebe, dass es all den Schmerz gerade mal erträglich macht. Es tut mir mittlerweile so weh, dass meine Partner nichts mehr Wert scheinen. Wenn man meine letzten Einträge so liest, kommt nur diese verblasste Person vor - fast ausschließlich. Dabei schätze ich meine Beziehungen wirklich sehr und bin unglaublich stolz, dass ich 2 Menschen um mich habe, die mich trotz allem Theater so lieben wie ich bin.

Ich hoffe einfach so sehr, dass ich es schaffe stark zu bleiben. Ich möchte aber auch nicht innerlich zerreißen müssen, weil ich es nicht versucht habe Kontakt aufzubauen. Was hilft mir wirklich? Nähe scheint es nicht zu sein.

Sonntag, 16. August 2015

Angst vs. Liebe

Es ist das stärkste Gefühl nach der Liebe meiner Meinung nach. Es kann dir aber auch nichts mehr Angst machen als die Liebe oder als die Person die du liebst. Ich habe Angst. Um ihn. Wegen ihm. Gestern hätte ich alles für ihn getan falls er wirklich in diese Schwierigkeiten geraten wäre. Ich habe mir genau überlegt, dass ich alles für ihn geben würde. Ich war wie eine Glucke. Er wollte mich nicht. Dennoch war ich da. Immer. Jetzt noch immer? Was am Morgen passierte machte mir mehr Angst als je etwas zuvor. Als je jemand zuvor. Angst verletzt zu werden. Körperlich.  Psychisch bin ich es schon. Und dennoch blieb ich um meine Schwester zu schützen. Er sagt er liebt mich. Dass ich das beste bin, was jemandem passieren kann - und er das schlechteste. Er würde mir nie etwas tun und würde aufpassen, dass mir nichts passiert. Das kann er sich sparen. Er könnte mich richtig verletzen. Ich bin so verrannt in unsere Liebe. Und ich weiß, dass ich mehr liebe als er. Und vielleicht macht es die Angst noch stärker. Ihm zu beweisen, dass er mich dabei haben kann ohne dass es ihm peinlich ist. Ohne dass mich Fremde allein antreffen. Er könnte mich stolz an seiner Seite haben. Er könnte. Er macht es nicht. Ich habe Angst vor allem. Vor ihm. Vor uns. Vor mir.

- Keine Worte - nur Angst - kaputt zu gehen - ihn zu verlieren - zu gehen - zu sehr verletzt zu sein -
Aber die Liebe ist stärker! ♡

Montag, 20. Juli 2015

Eine Andere?!

Seit 10 Minuten versuche ich die richtigen Worte zu finden, um zu erklären, was ich empfinde. Ich starre auf diese leere Seite - schreibe etwas - lösche es wieder. Ich weiß nicht, wie ich anfangen soll. Ich habe keine Worte für meine Empfindungen.
Am Anfang der Beziehung zu meinem Freund erzählte ich ihm von meiner Polyamorie. Er wusste, dass ich mit einem Mädchen zusammen bin und gleichzeitig etwas für ihn empfinde. Es bestand die Möglichkeit, dass ich mich auch noch in andere verliebe oder Nähe spüren würde. Er konnte es nicht nachvollziehen. Er sagte mir, dass er nicht damit klarkommen würde, wenn ich ein Date mit jemand anderem als ihn hätte. Er kann auch das Bedürfnis nach mehreren Menschen absolut nicht verstehen. Das geht den meisten so.
In der Beziehung zu ihm habe ich mich sehr geändert. Ich bin wieder eifersüchtiger geworden und all meine Bedürfnisse nach anderen sind verschwunden. Außer zu meiner Freundin, aber damit hat mein Partner keine Probleme mehr. Jedenfalls habe ich noch nie zuvor diese Liebe gespürt und fühlte mich so wohl, trotz einer Einschränkung.

Aber dann kam der Tag, der alles änderte. Er änderte nichts bei mir, aber alles um mich herum. Ich kam aus dem Urlaub zurück. Ich war ohne meinen Freund weg. Als ich wiederkam freute er sich nicht wirklich auf mich. Er war abweisend und kalt, Er fragte mich nichts und küsste mich total anders. Er war wie ausgewechselt und ich wusste nicht warum. 2 Tage später sagte er mir, worüber er alles nachdenke und auf einmal verstand ich ihn. Ich hatte Angst, dass er mich nicht mehr liebt oder dass er mich verlassen möchte. Dann kam mir der Gedanke, wie er diese Freundin den Abend zuvor angeschaut hat und mir dabei komisch wurde. Ich war eifersüchtig und dachte, zwischen den beiden liefe etwas. Es war so ähnlich. Er sagte mir später, dass er das Bedürfnis hat, sie zu küssen. Ich wusste nicht, wie mir geschieht. Der Mann, der total moralisch eine Beziehung führt und nicht einmal an eine Andere denken möchte, will eine andere Frau küssen. Ich freue mich irgendwie, dass er meine ehemaligen Gefühle nachempfinden kann. Dennoch kann ich nicht locker sein.
Ich verstehe das alles noch nicht. Warum er? Ich hatte noch nie so sehr das Gefühl, geliebt zu werden und jetzt habe ich Angst. Das Mädchen ist wunderschön und ich kann ihn verstehen, dass er sie attraktiv findet. Wie soll ich damit umgehen? Was wenn mehr als nur ein Kuss wird? Wie soll ich mit Dates umgehen - Soll ich es unterstützen? Was kann ich tun, damit es mir damit gut geht? Ich weiß, dass es nichts schlimmes ist und dass alles geht, aber ich habe Angst. Ich weiß nicht, warum er so fühlt, wann er an sie denkt, was sich daraus entwickelt und was sie zulassen würde...

Ich bin mir sicher, dass er mich liebt und mit mir zusammen sein möchte. Es wäre ihm sonst leichter gefallen, es mir zu sagen. Ich kann aber einfach nicht viel dazu sagen. Ich möchte es ihm erlauben. Das mache ich ja. Aber trotzdem habe ich Angst.
Ich kann einfach nicht beschreiben, wie es sich anfühlt. Mir fehlen die Worte dafür. Ich bin traurig und kraftlos. Aber wir schaffen das. Ich schaffe das.

Dienstag, 7. Juli 2015

Kryptonitmenschen

Ich habe mal eine Theorie gelesen, die unfertig und leichtsinnig schien. Sie besagte, dass so ziemlich jeder von uns einen "Kryptonitmenschen" besitzt. Eine Person, die uns vollkommen schwach werden lässt. Die uns schwach macht ohne unsere Stärken zu nehmen. Diese Person soll in gewisser Weise unerreichbar für uns gewesen sein. Eine Beziehung, die nicht funktionierte und endete oder eine, die niemals zustande kam. Wahrscheinlich hatte das seine berechtigten Gründe. Dennoch würden wir, wenn diese Person vor unserer Tür steht, alles für sie tun und mit ihr überall hingehen. Soweit zur Theorie.

Ich bin der Auffassung, dass es diesen einen Menschen wirklich gibt. Wir lieben ihn anders als jede andere Person in unserem Umfeld. Anders als unsere größte Liebe. Es soll nicht heißen, dass wir unseren Partner nicht lieben oder weniger lieben würden. Wir lieben anders.
Ich habe eine solche Bindung auch. Nach der Theorie dachte ich lange, es wäre eine Person, der ich ein Jahr lang nach gelaufen bin. Meine große Jugendliebe, die 9 Jahre älter ist als ich, aber ich habe mich getäuscht. Ich habe es nach 6 Jahren endlich verstanden, was ich mit meinem jugendlichen Leichtsinn nicht sehen wollte. Mein Kryptonit ist ein anderer. In den letzten Einträgen habe ich ihn oft erwähnt. Von dieser Person habe ich mir so viel gemerkt.
Man sagt, dass man als erstes die Stimme von jemandem vergisst, aber seine höre ich in jeder Nacht, in der ich von ihm träume. Erst vor einigen Tagen holte mich meine Vergangenheit ein und ich musste mir eingestehen, dass ich nach so vielen Monaten die Kraft verloren habe ihm zu sagen, wie sehr er mir fehlt. Ich würde es nicht schaffen, ihm zu erklären, dass ich mich verändert habe und dass er mir so sehr fehlt. Doch genau diese Situation träumte ich in der folgenden Nacht und er lehnte mich ab.

Dieser ehemalige Freund ist laut meiner besten Freundin der Mr. Right für mich gewesen, den ich gehen ließ. Ich habe die einmalige Chance verpasst, um mit ihm glücklich zu werden, Jetzt werde ich keine Chance mehr bekommen. Damals haben wir uns fast geküsst und für die Freundschaft darauf verzichtet. Es war richtig so. Zumindest dachte ich es. Jetzt bin ich mir nicht mehr so sicher, ob ich ihn nicht doch hätte küssen sollen. Jedenfalls kann es egal sein, was ich darüber denke, denn seit einem Fehler in unserer folgenden Freundschaft, ist er unerreichbar für mich geworden. Wir haben keinen Kontakt mehr. Ich schaffe es nicht und er will es nicht. Er fehlt mir.

Er wird mein Kryptonitmensch bleiben. Mehr kann ich nicht von ihm erlangen. Ich merke die Verbindung so oft. Aber ich werde es ihm nie erklären können, aber ich bin stolz, dass mich dieser Schmerz immer begleiten wird und ich ihn nie vergessen werde.

In tiefer Zuneigung an meinen Kryptonit <3

Dienstag, 23. Juni 2015

Träume

Wenn wir besonders oft träumen ist das etwas Gutes oder ist es das nicht? In den Träumen verarbeiten wir Gefühle, Reaktionen und kleinste Prozesse, die uns unbewusst beschäftigen. Es ist für unsere Psyche also durchaus etwas Positives zu träumen, würde man sagen. Aber was, wenn man durch ein nächtliches Bild wieder an etwas erinnert wird, was du in deiner Welt nicht mehr gebrauchen kannst? Was, wenn dich jemand in Träumen verfolgt und du jedes Mal schwächer wirst?Bei mir ist es zur Zeit ganz eigenartig. Ich träume eigentlich nicht jede Nacht und wenn ich träume, sind die Bilder nicht so lebhaft. Aber seit etwa einem Monat erinnere ich mich in meinem Schlaf immer häufiger an Sachen, die ich gern verarbeiten und loslassen würde. Ich sehe sie ganz klar und detailliert. Ich erinnere mich an mindestens einen Traum pro Nacht.

Ich träume wieder von dieser einen Person, die ich so sehr vermisse, dass es sticht, wenn ich etwas von ihm sehe/ höre oder lese. Ich bin nach jeder Nacht, in der er vorkommt, schwächer. Ich habe das Gefühl, dass ich ihn eines Tages doch noch kontaktieren würde und mich damit noch mehr verletze als ich es durch seine pure Abwesenheit schon bin. Er fehlt mir so sehr und das wird mir in jeder Nacht klar. Da war dieser Traum in einer Nacht Ende Mai. Wir trafen uns auf so einer Art Schulball. Er war mit seiner Freundin dort und ich sah ihn glücklich. Es wurde warm um mein Herz und ich ergriff die Chance ihn anzusprechen. Er erkannte mich in einigen Metern Entfernung, wie ich dort stand und ihn anlächtelte und er entschuldigte sich kurz bei seiner Freundin. Dann kam er zu mir. Wir redeten und ich schüttete ihm mein Herz auf. Ich bat um einen letzten Kuss und eine Umarmung, bevor ich ihn gehen lassen würde. Ich beteuerte ihm, dass mir die Vergangenheit unglaublich Schmerzen brachte und ich nicht ohne ihn leben möchte. Ich erkannte, dass ich meine Chance vergeben hatte und er niemals mehr in meinem Leben sein möchte. Doch dann umarmte er mich. Wir küssten uns und gingen zusammen fort. Er sagte seiner Freundin, dass er auf mich gewartet hat und sie zeigte Verständnis. Sie küsste ihn sanft und wünschte ihm viel Glück. Er und ich hielten uns an den Händen und gingen fort. Ich wachte auf und musste weinen. Es war so bittersüß angesichts der Situation in der ich mich befinde.

Letzte Nacht habe ich von meinem Vater geträumt. Ich sehe ihn eigentlich wöchentlich, also brauch ich ihn nicht vermissen. Ich musste mir im Schlaf mit ansehen, wie er sich von seiner Frau trennt und dass mein kleiner Bruder darunter sehr litt. Ich versuchte meinen Paps umzustimmen, aber er wollte gehen. Ich kannte keinen Grund und es schmerzte. Auch wenn ich schon eine Trennung meiner Eltern durchmachen musste, schmerzte diese Trennung ebenso. Sie ist wie eine Mutter für mich. Es wäre nicht auszuhalten, wenn ich sie und meinen Bruder aus meinem Leben verlieren würde. Auch nach diesem Traum wachte ich auf. Ich habe gerade mal 3 Stunden geschlafen, war dennoch hellwach.

Aber woher kommen diese Träume? Ist es wie in manchen Filmen, dass du mit deinen größten Ängsten konfrontiert wirst? Was löst Träume wie diese in mir aus? Natürlich kenne ich die psychologischen Erklärungen wie Verarbeitung des Erlebten, den Ängsten und den Wünschen, aber kann es nicht sein, dass mehr dahinter steckt? Ist es nicht vielleicht ein Zeichen aus uns selbst?

Ich kann mir vorstellen, dass dieses Gefühl in Träumen real ist und uns zeigt, wie wir handeln sollten, wenn es uns schon in einem Traum glücklich oder halt unglücklich macht. Was, wenn ich einfach so handeln würde, wie es meine nächtliche Welt mir zeigt. Ich würde zu meinem ehemals besten Freund gehen und ihm sagen, dass ich mich geändert habe und ich ihn schrecklich vermisse. Ich würde förmlich um eine zweite Chance betteln. Und was wäre, wenn ich die Intuition in meinem Träumen erkenne und meinen Papa einfach frage, ob in seiner Ehe alles okay ist und er seine Frau liebt? Ich stell mir vor, dass jeder Traum etwas zu bedeuten hat. Dass er uns auf etwas hinweist. Wie so eine Art Intuition eben, die uns auf etwas aufmerksam macht oder uns Lösungen für unsere Probleme zeigt. Denke ich so verkehrt, wenn ich ein Stück meiner Traumwelt in die Realität nehme? Wenn ich die scheinbar erkennbaren Einflüsse, die mich zum Scheitern bringen können, einfach ignoriere?

Ist es zu romantisch an eine Realität hinter einem Traum zu denken oder ist es möglich?

Dienstag, 16. Juni 2015

Das kalte Ziehen in deinem zarten Herz

Vor 5 Jahren musste ich etwas erleben, was leider immer häufiger bei jungen Mädchen vorkommt. Mein damaliger Freund war ziemlich besessen von der wohl "schönsten Nebensache der Welt". Selbst wenn sie es war, dann war sie es nicht mehr.

In jener Nacht durfte ich mal wieder nicht mit Sachen neben ihm schlafen. Ich weiß nicht mehr, ob ich krank war oder wie es mir ging, aber auf jeden Fall wollte ich an diesem Abend keine körperliche vor allem sexuelle Nähe zu ihm. Nach einer Diskussion mit ihm, warum ich es denn nicht wollte, konnte ich endlich schlafen. In einem Bett von 90 cm Breite - zu zweit - eng bei einander - ohne Bekleidung. Aber wie gesagt er war ja mein Freund.

Mitten in der Nacht wachte ich auf und was dann passierte werde ich wohl nie vergessen. Ich lag auf der rechten Seite. Meine Arme waren hinter meinem Rücken und ich wurde von ihm festgehalten. so fest, dass ich ihm über die Schulter sah, aber nicht sein Gesicht. Sein Trieb lebte er aus - ohne dass ich etwas dagegen unternehmen konnte. Ich wollte nicht, dass er mich so benutzt. Ich versuchte mich zu wenden und zu schreien. Zwecklos. Ich fing an zu weinen und versuchte mich zu befreien. Zwecklos. Mir blieb nichts anderes übrig als zu hoffen, dass es gleich zu Ende ging.

Bis heute konnte ich diese Nacht nicht verarbeiten. Bei meinem jetzigen Freund schaffe ich es darüber zu reden und versuche mein Herz auszuschütten. Aber ich muss aufpassen, dass ich ihm nicht die Schuld an meinen Gefühlen und Gedanken an diese Nacht gebe. Vor 2 Wochen etwa kam ein tiefer Fall zurück in die Erinnerungen von damals. Mein Freund zeigte mir ein Film und leider wurde der Hauptdarstellerin das gleiche angetan. Ich schrieb ein Gedicht, um dieses Stechen in der Brust zu verarbeiten.



Vergewaltigung

Erinnerungen an Wut und Schmerz
Das geflickte Loch reißt wieder auf
Das kalte Ziehen in deinem zarten Herz
Erinnerungen holen dich ein – Lauf!

Du möchtest fliehen, das Gefühl vergessen
Ganz und gar war er von dir besessen
Die Situation durchbohrt dich immer wieder
Flüchtest du dich noch heute in einsame Lieder?

Du driftest ab, selbst die Tränen verlassen dich
Einige Bilder bleiben vor deinen Augen kleben
Eine Rettung aus dieser Kälte? - Sie gibt es nich'
Versuche alleine zu überleben.

Niemals vergisst du, was gewesen ist
Das Ziehen in deiner Brust wird bleiben
Aber achte darauf, wie du seit dem bist
Wegen dir soll doch kein anderer leiden.



 Ich würde es gern veröffentlichen, damit auch andere auf dieses Gedicht sehen können und sich vielleicht nicht mehr allein damit fühlen. Leider passiert diese Sache immer öfter und auch bei immer jüngeren Mädchen und auch Jungen. Ihr seid nicht allein. Ich teile eure Erfahrungen.

Dienstag, 9. Juni 2015

Verlust

Der Verlust eines Menschen kann uns sehr treffen. Vor einiger Zeit hat sich mein bester Freund gegen die Freundschaft mit mir entschieden. Er fand es als unmoralisch wie offen ich war und wie unverblümt meine Selbstdarstellung war.  Dabei weiß er nur, was ich ihm gezeigt habe und nicht wie es bei anderen war. Ich habe es sehr wenigen gezeigt. Ich habe ihm vertraut. Habe gedacht, ihm alles erzählen zu können. Wollte ihn stets um mich haben und hatte nie ein Problem mir seine Sorgen anzuhören. Und plötzlich geht er aus meinem Leben. Er tut so als wäre nichts zwischen uns gewesen. Ich vermisse ihn. Dieses Loch, was in meinem Herzen entstand schmerzt auch noch über ein halbes Jahr später. Ich träume noch von ihm. Ich trauere. Noch nie habe ich solche Schmerzen gefühlt, wenn jemand aus meinem Leben verschwinden wollte. Wie gern würde ich ihn sehen.  Ihn umarmen. Ihn um Verzeihung bitten. Ich bin nicht mehr so, wie er mich dort gesehen hat. Ich bin wieder ich. Dank ihm habe ich zu mir zurück gefunden. Ich würde es ihm gern sagen, aber ich kann nicht. Ich weiß von meiner besten Freundin, dass er sich nicht mehr für mich interessiert. Er will mich nicht mehr in seinem Leben. Meine Vorstellungen sind egal. Manchmal wünsche ich mir, dass ich zu ihm gehe, ihn umarme und er mir verzeihen kann. Dass wir wieder befreundet sind und an uns arbeiten können. Es ist wie ein Liebeskummer nur noch viel stärker. Ich frage mich, wann das alles aufhören wird. Wann werfe ich keine Schmerzen mehr haben wenn sein Name fällt? Wann kann ich akzeptieren, dass es kein wir mehr gibt? Wie soll ein Mensch das ertragen...

Ich vermisse dich, bester Freund.

Montag, 8. Juni 2015

Ein Jahr SIE *-*

Am 5.6. vor einem Jahr lernte ich meine Freundin kennen. Wir schrieben zuvor schon recht viele Nachrichten und waren sehr gespannt auf einander. Mein damaliger Freund war mit dabei. Wir trafen uns in ihrer Heimatstadt im Kletterwald. Man sollte vielleicht erwähnen, dass ich Angst vor der Höhe habe und ihr somit gleich etwas beweisen wollte.

Sie kam einige Minuten zu spät, aber schon bei ihrem ersten Anblick konnte ich ihr verzeihen. Sie entschuldigte sich für ihre typische Verspätung und grinste durchgehend. Auch ich war sehr sehr fröhlich, sie endlich zu sehen. Ich zog mich im Auto noch um und dann konnten wir los klettern. Bei der Einweisung durfte sie meinen Bauch sehen, weil ich meinen Piercing natürlich noch raus machen musste.
Während des Kletterns gab es oft Momente in denen ich mich nicht getraut habe in die Tiefe zu springen oder mich über ein Hindernis zu hangeln. Sie kletterte hinter mir und mein Freund vor mir. So war ich gut geschützt und sie konnte mir stets versichern, dass sie mir hinterher kommen wird. Es fiel mir leichter mit ihr zu klettern. Ich vertraute ihr und sie gab mir Kraft.
Nach dem Klettern gingen wir in einen Park. Die Zeit verging sehr schnell. Wir waren uns sehr nah, auch wenn wir stets zu schüchtern waren uns zu küssen. Kurz bevor wir wieder zum Auto gingen küssten wir uns doch. Wundervolles Gefühl. Sehr sanft. Intensiv.

EIN JAHR SPÄTER
Wir sind in einer Beziehung und entwickeln sie stets weiter. Ich denke, dass wir beide sehr glücklich mit dieser Situation sind. Durch sie habe ich meinen jetzigen Freund kennengelernt, mit dem ich glücklich bin. Meine Freundin hat mich verändert. Ich bin selbstbewusster geworden und drücke meine Bedürfnisse und Gefühle viel mehr aus als vorher. Sie ist das Beste, was mir jemals passiert ist.

Ich erinnere mich an einige Situationen in diesem Jahr, in denen sie mir Schmerzen zufügte, aber der schöne Teil unserer Beziehung überwiegt. Sie behandelt mich als ihren ganz persönlichen Schatz und das zeigt sie mir, wenn wir uns sehen oder wenn wir schreiben. Ich weiß, dass sie immer da ist und mich liebt. Und ich liebe sie. Uns ist egal, was andere darüber denken.

Sie schenkte mir zum Jahrestag einen bezaubernden Ring. Ein Unendlichkeitszeichen für unsere Liebe, von der sie denkt, dass sie immer im Leben des Anderen eine Rolle spielen wird. Die Vorstellung ist wundervoll. So perfekt. Der Ring ist es auch - vielleicht gerade weil er zu groß ist. In manche Aufgaben wächst man eben erst hinein. Außerdem erinnere ich mich an die Snakebites, die ich ihr schenkte. Sie passten auch nicht, obwohl sie für sie perfekt erschienen.

Wir sind nicht perfekt, aber wir versuchen es auch nicht. Wir lieben uns und das ist wichtig. Unsere Küsse, unsere Blicke, unsere Verbindung.  Ich liebe dich, wundervollste Freundin <3 Danke, dass du auf meine allererste Nachricht geantwortet hast. Du bist das Beste, was mir passieren konnte.

In Liebe. Jeune_et_belle

Mittwoch, 3. Juni 2015

Das Neigen der Untreue



Das Neigen der Untreue

Es ist der Tag, der nie hätte sein dürfen.
Ich lebe zwischen Vorwürfen -
Vorwürfe an mich selbst und meine Umwelt.
Habe ich mir dieses Unheil bestellt?

Jeder Tag war mal lebenswert.
Ich wusste immer was zu tun ist.
Dann wurde ich von einigen begehrt
und so begann meine eigene List.

Ich machte anderen schöne Augen.
Ich wusste dass sie mir nicht taugen.
Ich war in festen Händen gebettet
und doch hab ich mich nicht vor Fehlern gerettet.

Ich küsste ihn und somit fremd.
Wie ist das nur geschehen?
Ich war so schwach und ungehemmt
und somit man hat es kommen sehen.

Seit dem ist es eine Qual
ich hatte nun die endlose Wahl -
die Wahl es für immer zu verschweigen
oder mich der Untreue zu neigen.

Er hat verdient, dass ich es ihm sage
und ihm eine Erklärung abliefer'.
Jetzt gab es vorher nur noch eine Frage:
Würde ich fallen noch viel viel tiefer?

Ich sage es ihm unter verweintem Gesicht.
Er konnte mir zum Glück verzeihen.
Da wusste ich jedoch noch nicht,
dass ich die Ehrlichkeit noch werde bereuen.

Der Küsser bekam es heraus
und unsere Leichtigkeit war aus.
Jetzt muss ich Freundschaften gerade biegen
und hoffe der Weg wird mir im Herzen liegen.

Ich brauche Zeit und Mut das wieder hinzubekommen.
Es wird an meinen Nerven ziehen.
Und doch habe ich mir vorgenommen:
Diesmal werde ich nicht davor fliehen

Für sie muss ich jetzt alles machen,
denn sie sind das beste Team, das ich kenne.
Und wenn sie mich auch anfangen auslachen,
ich werde kämpfen bis ich daran verbrenne.



Polyamorie.
Ein Thema, was mich schon lange verfolgt, bevor ich es wusste. Schon vor 3 Jahren durfte ich damit Erfahrungen machen. Damals war es noch schmerzlich und ich wusste nicht, ob es falsch war oder wie ich mich verhalten sollte. Ich wusste nicht, dass es normal sein kann, so zu empfinden. Ich schrieb damals dieses Gedicht, um meine Gefühle zu verarbeiten.

Eines Tages



Eines Tages

Du wachst auf und merkst, dass etwas anders ist. Du siehst dich an und fragst dich, wer du bist. Du hast dich gehen lassen. Siehst müde aus – erschöpft – unglücklich. Du bist unglücklich mit dir selbst. Du trennst dich von deinem Umfeld, wechselst die Schule und konzentrierst dich fortan nur auf dich. Du isst anders. Du schläfst anders. Du wirst anders. Um dich herum schweben Fragen – von dir und von anderen. Du veränderst dich – fühlst dich wohler. Du strahlst, lachst verliebst dich. In dieses Bild von dir und in diese eine andere Person. Unwissend bist du immer glücklicher mit dir wegen der anderen Person. Du veränderst dich weiter.

Eines Tages

Du wachst auf und alles wird anders. Du isst anders. Du schläfst anders. Du wirst anders. Die Fragen kommen jetzt von Außen. Vorwürfe – Unterstellungen – Die Wahrheit von dir. Trauer – Frust – Enttäuschung und wieder veränderst du dich. Es gibt starke Momente. Du veränderst dich für deine Gesundheit. Schwache Momente. Du veränderst dich für dieses Bild.

Wozu?

Du musst dich verändern. Du musst essen. Du musst dich sehen. Bevor sich dieses Bild weiter verändert. Sich nach unten korrigiert. Du isst anders – bevor es dich verändert.

Eines Tages