Man ist mit mehreren Personen in einem Raum und fragt sich, was für eine Rolle man gerande annimmt. Möglicherweise ist man überfordert oder man ist sich einfach nur unsicher, wie man sich verhalten soll. Oft ist es so, dass es eine gewisse Vorgeschichte gibt, die einen prägt. Eine Erfahrung, die uns handeln lässt. Doch was, wenn sie uns unrecht tut. Was, wenn wir gern frei von unseren Gedanken handeln wollen, um ein Bild bei den anderen zu erzeugen?
Ich sitze am Tisch und weiß, dass ich eine unwichtige Rolle für den Moment einnehme. Ich weiß von einer Vorgeschichte, die für mich scheint, als würden sich die Parteien gegen mich verbinden. Es ist die besondere Liebe zwischen einer Mutter und einem Sohn. Gespräche, von deren genauen Inhalt ich nichts weiß. Ich weiß aber, dass sich die Liebe unter den beiden auf mich nicht gut auswirken kann. Ich liebe meine Eltern selbst auch und rede mit ihnen über bestimmte Sachen aus meiner eigenen Beziehung, jedoch wurde ich auch zur Offenheit und Ehrlichkeit erzogen.
Wenn jemand ein Problem mit einer anderen Person hat, sollte man es ihr sagen und nicht nur spüren lassen und mit verbündeten Parteien reden. Es wird schnell gefährlich, dass ein falsches Bild oder gar eine Ausgrenzung passiert.
Ich sitze also hier und schaue den beiden beim Schach zu. Ich frage mich zum einen, ob ich dieses Spiel jemals beherrschen kann und möchte. Auch wenn es mir nur dazu dient eine gemeinsame Ebene mit meinem Partner zu finden und er sich nicht immer andere suchen muss. Ich schaue zu und denke über jeden Zug nach. In den Pausen gehen mir Gedanken über die Konstellation durch.
Ich sitze nur daneben und schaue zu. Ich weiß, dass die beiden ein heimliches Gespräch über meine schlechten Eigenschaften geführt haben. Ich weiß auch, dass mir keiner offen sagen möchte, worüber genau. So bin ich nur ein stiller Teilhaber, verunsichert von der Vorgeschichte. Ich kann keinen Weg finden, wie ich mich in der Situation wohl fühlen soll. Dabei sollte ich denken, dass ich nicht allein bin. Ich müsste auch gar nicht in dieser Situation sein - nicht mehr. Ich würde gern zeigen, dass ich im Moment zufrieden bin. Ich möchte spielen, damit ich keinen weiteren Stress produziere. Doch ist es weder authentisch, noch fühlt es sich für mich gut an.
Seit Wochen denke ich darüber nach, was ich eigentlich auf lange Zeit möchte. Es kommen Gedanken auf, dass man noch einmal komplett neu anfangen kann - ohne jede Person, die einen Schwierigkeiten bereitet indem sie unehrlich zu dir ist. Ich stelle mir vor, dass ich stressfreier auf Dauer leben würde, wenn ich nicht versuche etwas zu produzieren, was so nicht gewollt ist. Eina Harmonie erreicht sich schlecht, wenn andere nur einen scheinheiligen Frieden wollen. Richtige Harmonie ist ein Zusammenspiel - eine gemeinsame Produktion.
Ich fühle mich hier fehl am Platz. Ich kann und möchte mich nicht verstellen müssen in meinem privaten Umfeld. Ich möchte wissen, wenn jemand mit mir ein Problem hat. Und ich möchte, dass man zu mir steht, wenn man mit mir einen gemeinsamen Weg gehen möchte.
Es kränkt mich zu wissen, dass ich mich nicht zu unrecht allein fühle. Zu wissen, dass man auf irgend einer Weise ungewünscht ist, aber es nicht zu sehen... Dieser Zwiespalt zwischen versteckter Realität und offenkundig gelogener Welt verwirrt mich. Es ist nicht meine Art, sich zu verstecken, aber ich werde bei diesen Parteien wohl schauspielern müssen, wenn ich sie zusammen ertragen möchte. Dieser Gewissenbiss zwischen ethischer Pflicht und moralischer Aufrichtigkeit. Ich sollte es ertragen, ohne Probleme, jedoch nicht zu den Konditionen.
Fehl am Platz.
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