Seit einer Woche bist du weg. Ich weiß, dass ich dich nie mehr so in meinem Leben haben werde, wie ich es hatte. Ich werde meine Liebe zu dir nicht mehr so zeigen dürfen. Ich habe dich verloren. Das ist okay. Es ist dein Leben und wenn ich dort keinen Platz finde, muss ich das akzeptieren. Ich muss es verarbeiten.
Doch genau damit habe ich ein Problem. Ich darf es im Moment nicht verarbeiten. Ich würde allein da stehen, wenn ich weinen würde, ich würde wieder verlassen werden. Ich mich, was ich tun kann. Du hast mir all meine Gefühle genommen. Nur noch du bist in meinem Herzen und machst alles andere taub. Ich empfinde seit einer Woche nichts mehr. Du nimmst mir alles. Dass es so heftig wird habe ich nicht gedacht. Mit dem Verarbeiten unserer Situation könnte ich das alles wiederfinden. Ich kann niemanden bitten für mich da zu sein, weil mir niemand mehr etwas bedeutet. Das macht mir Angst.
Jedes Mal wenn ich dabei bin es zu verstehen und zu verarbeiten, werde ich gestoppt. "Wie lange möchtest du denn noch so sitzen?" "Das kann so nicht weitergehen." "Du musst stark sein und einfach weitermachen." "Ich akzeptiere das nicht, dass du so traurig bist." Ich bekomme gesagt, dass ich mich nicht so haben soll, weil es nicht mal eine Beziehung war. Ich werde nicht gehört. Und wenn ich wie heute vor einer Woche 10 Minuten weinend auf dem Boden sitze, bekomme ich diese Sätze gesagt. Ich muss also stark sein. Ich muss gute Laune haben. Ich muss funktionieren. Aber ich will es nicht. Ich möchte dich. Ich möchte es verarbeiten - ein letztes Mal so intensiv an dich denken dürfen und alles noch einmal durchgehen. Ich darf es nicht.
So habe ich eine Mauer. Sie hält erstaunlich gut. Sie bröckelt bei Nähe von Jemandem, aber ich kann sie wieder festigen. Ich kann spielen. ich spiele sogar besser als gedacht. Die Mauer um meine Gedanken hielt genau eine Woche an. Sie wurde zerbrochen. Von dir.
Ich lag im Schlaf, damit ich wieder Kraft für den nächsten Tag tanken konnte. Auf einmal bist du in meinem Traum.
Es war Sommer. Die Sonne schien. Du warst mit deinem Freund und ich mit meinem unterwegs. Wir vier liefen zusammen durch die Stadt. Uns war warm. Wir liefen in der Sonne und lachten. Jeder hatte seinen Partner an der Hand und es war alles schön. Du hattest deinen schwarzen Eyeliner perfekt aufgetragen. Wunderschön warst du anzusehen. Als wir eine Weile unterwegs waren, gingen du und ich alleine durch die Gegend. Wir gingen zu meinen Eltern, wo du dich umziehen konntest. Wir redeten über unendlich viele Themen und es war sehr entspannt zwischen uns beiden. Wir zogen uns um. Ich konnte dabei kaum meinen Blick von dir wenden. - Es war wie der Moment als du deinen Blick nicht von mir lassen konntest als ich mich das erste mal vor dir auszog. - Du hast jetzt etwas farbiges an. Das orangefarbene Shirt liegt eng an. Es geht bis kurz unter deinen Bauchnabel. Man kann eine weiße Schrift darauf erkennen. Deine graue Hose betont deine Figur. Ich sehe dich an und schmelze dahin. Ich verliebe mich jedes Mal neu in dich. Ich wollte dich in diesem Moment küssen. Es fiel mir ein, dass ich es wahrscheinlich nicht dürfte. Also schaue ich dich noch einen Moment länger an. Deine sanfte Haut und deinen Traumkörper. Ich war im 7. Himmel. Ich fragte mich, warum ich dich jemals verdient hatte. Es kam mir plausibel vor, dass du etwas viel besseres verdient hast, als ich dir jemals geben könnte. Ich dachte an unseren ersten Kuss. Ich nahm allen Mut zusammen und fragte dich, ob ich dir eine Frage stellen darf. Plötzlich wurdest du laut. Ich zuckte zusammen. "Ich habe gesagt, es ist Schluss und es ist endgültig! Du wirst nie wieder an mich heran kommen. Kapier das endlich!" Das waren deine Worten. Ich rannte weg - Die Treppen hinunter und einfach raus. Kurz überlegte ich, wohin ich gehen sollte, damit du mich nicht findest und ich mich in Ruhe verletzen konnte. Ich rannte mit Schmerzen im Knie in Richtung der großen Wiese hinter den Gärten. Da kam mir meine Mutti entgegen. Ich musste stoppen. Sie sah dich auf dem Dach und rief dich liebevoll runter. Ich ging neben ihr her. Als sie in das Haus ging, rannte ich in die andere Richtung. Da kamst du raus und mir hinterher. Du schaust mich schockiert an und hieltst mich am Arm fest. Gerade als du etwas sagen wolltest - wache ich auf. Vermutlich aus Selbstschutz.
Ich weinte. Ich blieb im Bett liegen und weinte. Ich war allein, also durfte ich es. Mir wurde bewusst, dass ich das endlich verarbeiten muss, damit es mich nicht so verletzt, wenn ich von dir träume. Es schmerzte echt heftig. Ich wurde daran erinnert, dass meine Mauer durchdringbar ist. Du kannst rein und raus spazieren, wann immer du das möchtest. Ich würde es immer zulassen, mich zu verletzen und mit einem Dolch zu erstechen. Das kann so nicht sein.
Ich liege wach und meine Mauer baut sich langsam wieder auf, weil ich nicht weiß, wie lange ich verarbeiten darf, bis ich wieder spielen muss. Ich möchte es so sehr. Am Ende kann ich es aber doch nur in der dunklen Nacht. Ich möchte dich so sehr und das kann ich nur zugeben, wenn ich ganz allein bin. Ich vermisse dich. Ich muss es mir eingestehen und es zulassen. dass es schmerzt. Ich fange an, mich auf meine Gefühle zu konzentrieren, damit ich wieder etwas für andere Personen empfinden darf. Ich möchte dich offen lieben oder es verarbeiten.
Ich denke an dich. Jede Nacht ganz offen. Jeden Tag im Stillen. Jede Minute bist du in meinem Herz. Ich verarbeite es nur in der dunklen Nacht - noch.
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