Dienstag, 23. Juni 2015

Träume

Wenn wir besonders oft träumen ist das etwas Gutes oder ist es das nicht? In den Träumen verarbeiten wir Gefühle, Reaktionen und kleinste Prozesse, die uns unbewusst beschäftigen. Es ist für unsere Psyche also durchaus etwas Positives zu träumen, würde man sagen. Aber was, wenn man durch ein nächtliches Bild wieder an etwas erinnert wird, was du in deiner Welt nicht mehr gebrauchen kannst? Was, wenn dich jemand in Träumen verfolgt und du jedes Mal schwächer wirst?Bei mir ist es zur Zeit ganz eigenartig. Ich träume eigentlich nicht jede Nacht und wenn ich träume, sind die Bilder nicht so lebhaft. Aber seit etwa einem Monat erinnere ich mich in meinem Schlaf immer häufiger an Sachen, die ich gern verarbeiten und loslassen würde. Ich sehe sie ganz klar und detailliert. Ich erinnere mich an mindestens einen Traum pro Nacht.

Ich träume wieder von dieser einen Person, die ich so sehr vermisse, dass es sticht, wenn ich etwas von ihm sehe/ höre oder lese. Ich bin nach jeder Nacht, in der er vorkommt, schwächer. Ich habe das Gefühl, dass ich ihn eines Tages doch noch kontaktieren würde und mich damit noch mehr verletze als ich es durch seine pure Abwesenheit schon bin. Er fehlt mir so sehr und das wird mir in jeder Nacht klar. Da war dieser Traum in einer Nacht Ende Mai. Wir trafen uns auf so einer Art Schulball. Er war mit seiner Freundin dort und ich sah ihn glücklich. Es wurde warm um mein Herz und ich ergriff die Chance ihn anzusprechen. Er erkannte mich in einigen Metern Entfernung, wie ich dort stand und ihn anlächtelte und er entschuldigte sich kurz bei seiner Freundin. Dann kam er zu mir. Wir redeten und ich schüttete ihm mein Herz auf. Ich bat um einen letzten Kuss und eine Umarmung, bevor ich ihn gehen lassen würde. Ich beteuerte ihm, dass mir die Vergangenheit unglaublich Schmerzen brachte und ich nicht ohne ihn leben möchte. Ich erkannte, dass ich meine Chance vergeben hatte und er niemals mehr in meinem Leben sein möchte. Doch dann umarmte er mich. Wir küssten uns und gingen zusammen fort. Er sagte seiner Freundin, dass er auf mich gewartet hat und sie zeigte Verständnis. Sie küsste ihn sanft und wünschte ihm viel Glück. Er und ich hielten uns an den Händen und gingen fort. Ich wachte auf und musste weinen. Es war so bittersüß angesichts der Situation in der ich mich befinde.

Letzte Nacht habe ich von meinem Vater geträumt. Ich sehe ihn eigentlich wöchentlich, also brauch ich ihn nicht vermissen. Ich musste mir im Schlaf mit ansehen, wie er sich von seiner Frau trennt und dass mein kleiner Bruder darunter sehr litt. Ich versuchte meinen Paps umzustimmen, aber er wollte gehen. Ich kannte keinen Grund und es schmerzte. Auch wenn ich schon eine Trennung meiner Eltern durchmachen musste, schmerzte diese Trennung ebenso. Sie ist wie eine Mutter für mich. Es wäre nicht auszuhalten, wenn ich sie und meinen Bruder aus meinem Leben verlieren würde. Auch nach diesem Traum wachte ich auf. Ich habe gerade mal 3 Stunden geschlafen, war dennoch hellwach.

Aber woher kommen diese Träume? Ist es wie in manchen Filmen, dass du mit deinen größten Ängsten konfrontiert wirst? Was löst Träume wie diese in mir aus? Natürlich kenne ich die psychologischen Erklärungen wie Verarbeitung des Erlebten, den Ängsten und den Wünschen, aber kann es nicht sein, dass mehr dahinter steckt? Ist es nicht vielleicht ein Zeichen aus uns selbst?

Ich kann mir vorstellen, dass dieses Gefühl in Träumen real ist und uns zeigt, wie wir handeln sollten, wenn es uns schon in einem Traum glücklich oder halt unglücklich macht. Was, wenn ich einfach so handeln würde, wie es meine nächtliche Welt mir zeigt. Ich würde zu meinem ehemals besten Freund gehen und ihm sagen, dass ich mich geändert habe und ich ihn schrecklich vermisse. Ich würde förmlich um eine zweite Chance betteln. Und was wäre, wenn ich die Intuition in meinem Träumen erkenne und meinen Papa einfach frage, ob in seiner Ehe alles okay ist und er seine Frau liebt? Ich stell mir vor, dass jeder Traum etwas zu bedeuten hat. Dass er uns auf etwas hinweist. Wie so eine Art Intuition eben, die uns auf etwas aufmerksam macht oder uns Lösungen für unsere Probleme zeigt. Denke ich so verkehrt, wenn ich ein Stück meiner Traumwelt in die Realität nehme? Wenn ich die scheinbar erkennbaren Einflüsse, die mich zum Scheitern bringen können, einfach ignoriere?

Ist es zu romantisch an eine Realität hinter einem Traum zu denken oder ist es möglich?

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