Dienstag, 27. Oktober 2015

S-E-L-B-S-T

Mit sich selbst muss man am längsten ein Leben führen. Man muss mit sich also am längsten zufrieden sein. Was bringt es mir, wenn ich jemand anderen glücklich machen kann, wenn ich mich selbst auf Dauer verletze. Eigene Bedürfnisse sollten bei jedem von uns im Vordergrund stehen und dennoch verlangt die Gesellschaft, dass wir möglichst selbstlos handeln. Doch leben wir in einer sozialen Gesellschaft? Nein. Ist eine soziale Gesellschaft eine solche, die Menschen betteln lässt? Eine solche, in denen es Menschen nur gut gehen kann, indem oder weil andere leiden? Eine, in der es nur um Geld gehen kann, damit wir überleben?
Wir machen uns selbst kaputt, sodass wir dann soziale Berufe in Anspruch nehmen können. Wir brauchen Hilfen zur Erziehung, weil wir verlernt haben, auf uns selbst zu hören.

Man muss mit sich selbst glücklich sein können. Kann man alleine glücklich sein? Hoffentlich. Es ist in dieser "sozialen" Gesellschaft ein Muss, meiner Meinung nach. Wenn man mit sich selbst nicht klarkommt und die Stille um einen ertragen kann, wird man auf Dauer nicht in der Lage sein in Gesellschaft zu leben. Man sollte sich selbst lieben können, bevor man anderen mit Liebe begegnet. Wie könnte man sonst mit negativer Kritik oder Zurückweisung umgehen durch welche die Allgemeinheit aber sehr geprägt ist? Wir müssen uns von der Masse abheben, um einen Job oder Anerkennung zu bekommen. Wir führen also Konkurrenz aus, um uns selbst zu schätzen. Dabei geht es uns gut, wenn wir besser / schneller / reicher / ... als andere sind. Uns geht es gut, wenn andere leiden. Aber manchmal müssen wir zurück stecken. Man muss begreifen, dass man nicht überall gut sein kann. Man erfährt Verlust oder setzt sich mit moralischen Grundansichten auseinander. Möglicherweise stellt man fest, dass man sich selbst nur über andere definiert. Was kann ich besser? Was kann ich schlechter? Aber die Frage nach dem "Was kann ich überhaupt?" oder "Was kann ich gut?" bleibt oft aus. Dabei ist das am Wichtigsten. Wir müssen versuchen ein positives Selbst zu erschaffen, damit wir es in der Gesellschaft aushalten werden. Einige Menschen werden uns zwar dabei helfen, doch sind wir auch oft auf uns gestellt und bekommen womöglich noch "Arschtritte".

So muss man sich im Kehrschluss auf sich selbst konzentrieren in einer Gesellschaft voller "Selbst" Fuß zu fassen. Kenne ich meine Bedürfnisse und Wünsche, wird es mir leichter fallen, mich darüber zu äußern und sie schließlich auch zu erlangen. Ich muss es schaffen, allein glücklich zu sein und mit mir und meinen Mitteln gut auszukommen. Unter sozialen Beziehungen könnte es mir dann leichter fallen. Im anderen Fall kann ich immer noch auf mich selbst zurück kommen.

Es ist ein Paradox, dass man als sozialer Mensch erst auf sich und dann auf andere schauen muss, um auf Dauer mit anderen Leben zu können, aber so verlangt es nun mal diese Gesellschaft. Es ist kaum noch einer für einander da. Sogar in familiären Sozialisationsprozessen werden die Schützlinge immer mehr allein gelassen und sind früh auf sich selbst gestellt. Möglicherweise eine Chance sich selbst kennenzulernen, aber auf jeden Fall ein Fehler im System einer sozialen Gesellschaft.

Verlässt man sich auf andere, ist man verlassen. Man selbst ist seines Glückes Schmied. Mit einem selbst muss man am längsten im Leben gut auskommen. Ich stehe mit meinem gesunden Egoismus im Mittelpunkt meiner selbst, versuche aber selbstlos zu handeln. ( -> Auszüge aus Gedanken und Zitaten)

Selbst - Sich Eigenständig Lieben Bevor man nur Sozial Träumt

Donnerstag, 22. Oktober 2015

Fehl am Platz

Man ist mit mehreren Personen in einem Raum und fragt sich, was für eine Rolle man gerande annimmt. Möglicherweise ist man überfordert oder man ist sich einfach nur unsicher, wie man sich verhalten soll. Oft ist es so, dass es eine gewisse Vorgeschichte gibt, die einen prägt. Eine Erfahrung, die uns handeln lässt. Doch was, wenn sie uns unrecht tut. Was, wenn wir gern frei von unseren Gedanken handeln wollen, um ein Bild bei den anderen zu erzeugen?

Ich sitze am Tisch und weiß, dass ich eine unwichtige Rolle für den Moment einnehme. Ich weiß von einer Vorgeschichte, die für mich scheint, als würden sich die Parteien gegen mich verbinden. Es ist die besondere Liebe zwischen einer Mutter und einem Sohn. Gespräche, von deren genauen Inhalt ich nichts weiß. Ich weiß aber, dass sich die Liebe unter den beiden auf mich nicht gut auswirken kann. Ich liebe meine Eltern selbst auch und rede mit ihnen über bestimmte Sachen aus meiner eigenen Beziehung, jedoch wurde ich auch zur Offenheit und Ehrlichkeit erzogen.
Wenn jemand ein Problem mit einer anderen Person hat, sollte man es ihr sagen und nicht nur spüren lassen und mit verbündeten Parteien reden. Es wird schnell gefährlich, dass ein falsches Bild oder gar eine Ausgrenzung passiert.

Ich sitze also hier und schaue den beiden beim Schach zu. Ich frage mich zum einen, ob ich dieses Spiel jemals beherrschen kann und möchte. Auch wenn es mir nur dazu dient eine gemeinsame Ebene mit meinem Partner zu finden und er sich nicht immer andere suchen muss. Ich schaue zu und denke über jeden Zug nach. In den Pausen gehen mir Gedanken über die Konstellation durch.
Ich sitze nur daneben und schaue zu. Ich weiß, dass die beiden ein heimliches Gespräch über meine schlechten Eigenschaften geführt haben. Ich weiß auch, dass mir keiner offen sagen möchte, worüber genau. So bin ich nur ein stiller Teilhaber, verunsichert von der Vorgeschichte. Ich kann keinen Weg finden, wie ich mich in der Situation wohl fühlen soll. Dabei sollte ich denken, dass ich nicht allein bin. Ich müsste auch gar nicht in dieser Situation sein - nicht mehr. Ich würde gern zeigen, dass ich im Moment zufrieden bin. Ich möchte spielen, damit ich keinen weiteren Stress produziere. Doch ist es weder authentisch, noch fühlt es sich für mich gut an.

Seit Wochen denke ich darüber nach, was ich eigentlich auf lange Zeit möchte. Es kommen Gedanken auf, dass man noch einmal komplett neu anfangen kann - ohne jede Person, die einen Schwierigkeiten bereitet indem sie unehrlich zu dir ist. Ich stelle mir vor, dass ich stressfreier auf Dauer leben würde, wenn ich nicht versuche etwas zu produzieren, was so nicht gewollt ist. Eina Harmonie erreicht sich schlecht, wenn andere nur einen scheinheiligen Frieden wollen. Richtige Harmonie ist ein Zusammenspiel - eine gemeinsame Produktion.

Ich fühle mich hier fehl am Platz. Ich kann und möchte mich nicht verstellen müssen in meinem privaten Umfeld. Ich möchte wissen, wenn jemand mit mir ein Problem hat. Und ich möchte, dass man zu mir steht, wenn man mit mir einen gemeinsamen Weg gehen möchte.

Es kränkt mich zu wissen, dass ich mich nicht zu unrecht allein fühle. Zu wissen, dass man auf irgend einer Weise ungewünscht ist, aber es nicht zu sehen... Dieser Zwiespalt zwischen versteckter Realität und offenkundig gelogener Welt verwirrt mich. Es ist nicht meine Art, sich zu verstecken, aber ich werde bei diesen Parteien wohl schauspielern müssen, wenn ich sie zusammen ertragen möchte. Dieser Gewissenbiss zwischen ethischer Pflicht und moralischer Aufrichtigkeit. Ich sollte es ertragen, ohne Probleme, jedoch nicht zu den Konditionen.

Fehl am Platz.

Samstag, 3. Oktober 2015

Neuer Lebensabschnitt - Hoffnung?!

Ich ziehe aktuell in meine eigenen Wohnung nachdem ich ein halbes Jahr bei meinem Partner gewohnt habe. Ich hatte vorher schon Angst, dass es schief gehen würde und ich es früher oder später bereuen werde. Da ich gerade erst aus seiner Wohnung, die ihm nicht alleine gehört, raus bin, kann ich noch nicht beurteilen, ob ich diesen Schritt mit einer eigenen Wohnung bereuen werde. Allerdings fühle ich mich jetzt schon einsam. Sehr einsam.
Beim Umzug geht alles schief und ich schaffe es nicht rechtzeitig anzukommen bevor mein neuer Lebensabschnitt beginnen wird. So fiel ein Tag vorher mein Fahrer für meinen Umzug aus, das Möbelhaus machte einige ärgerliche Fehler und einige Möbelstücke bekomme ich einfach nicht in meine Wohnung transportiert. Dann kommt noch dazu, dass mein Partner dem Auszug aus seiner Wohnung nicht freudig gegenüber steht und mich dahingehend nicht komplett unterstützen kann. Er möchte sich erst bei mir wohlfühlen, wenn ich alles fertig habe. Und das schaffe ich später als gedacht. zu spät?  Ich weiß, dass er sich in einer anderen Wohnung sehr schlecht einleben kann und möchte. Und dass er nicht zu mir möchte macht mich zusammen mit der Tatsache, dass meine Freundin wieder weit weg muss sehr einsam. Einsam und nachdenklich. So überlege ich gerade, was für mich Sinn macht. Was möchte ich in meinem neuen Lebensabschnitt verändern und was möchte ich beibehalten? Macht eine Beziehung Sinn, die nicht auf die Dauer ausgelegt ist? Belaste ich mich wenn ich die Bindungen versuche aufrecht zu erhalten, auch wenn es auf die Dauer keinen Sinn macht? Werde ich am Ende verletzter sein, als wenn ich mein Leben einfach jetzt verändere?

Neben der Einsamkeit beschäftigt mich der Gedanke an meinen Partner ziemlich. Es wurde klar, dass wir niemals zusammen wohnen werden. Dass wir verschiedene Vorstellungen von einer Beziehung haben und dass er meiner Zukunfts- und Familienplanung nicht zustimmen kann. Ich weiß, dass es unter diesen Umständen schnell zu unlöslichen Konflikten und einer Trennung kommen kann, wenn die Zukunft gekommen ist. Ich frage mich nur wann diese Zeit gekommen ist und ob er seine Meinung bis dahin vielleicht ändern wird. Freiwillig ändern wird?! Ich habe Angst, dass er mich dann sehr stark verletzen muss und ich diese Zeit mit ihm dann versuche schlecht zu reden, da ich eine andere Person finden muss, die mein Leben bestimmen soll. Dabei möchte ich, dass er der Mann an meiner Seite ist, denn noch nie zuvor wurde ich so geliebt wie von ihm. Er macht mich zu einem anderen Menschen. Er schafft es, meine Wünsche an eine Beziehung im Sinne der Romantik zu erfüllen und zeigt mir, dass meine Vorstellungen von Nähe keine unrealistischen sind, wie ich es immer dachte. Diese Liebe und das bedingungslose Vertrauen erlebt man nur selten. Vielleicht ist genau das der Grund, was mich so traurig macht... Es macht auf Dauer keinen Sinn, wenn er seine Zukunft nicht mit mir planen möchte und wir verschiedenste Ansichten haben. Allerdings macht es auch keinen Sinn eine so intensive Liebe ziehen zu lassen. Ich fühle mich innerlich zerrissen und weiß nicht, wofür ich mich entscheiden werde. Ich möchte ihn nicht verlieren. Aber ich möchte genauso wenig in 2 Jahren da stehen und verletzt versuchen eine andere Beziehung aufzubauen, damit ich meine Pläne erfüllen kann. Mein Wunsch nach einer Familie, die zusammen wohnt und möglicherweise einen gemeinsamen Namen trägt.
Vielleicht ändere ich meine Sicht auch, Das wäre gut für meinen Partner und mich. Aber ich kann es mir schlecht vorstellen.

Mein neuer Lebensabschnitt beginnt in einer Woche. Ich werde sehen, was sich dann verändert. Ich hoffe, dass ich meinen Partner nicht aufgebe, dass ich ankommen werde und dass sich alles zum guten dreht. Und wenn ich mir meinen Post nochmal so durchlese, schreibe ich  optimistischer als es sich anfühlt. Die Hoffnung stirbt zuletzt ... Aber sie stirbt.