Donnerstag, 31. Januar 2019

Flashbacks - zurück ins Nichts

Ich habe eine Weile nicht gebloggt. Ich hatte viel im Kopf und viel zu tun, aber an sich kam ich sehr gut zurecht. Mir fehlte das Niederschreiben nicht und meine Probleme lösten sich recht schnell von selbst. Ich fürchte dieses Problem, über das ich heute schreibe, geht leider nicht so schnell fort.

Ich hatte bis vor drei Jahren stetig Flashbacks einer ganz bestimmtem unschönen Situationen. Auslöser waren ähnliche Situationen beziehungsweise auch nur minimale Reizer der damaligen Situation. Ich wurde aus dem nichts in diese abartige Gefühlswelt katapultiert und fing an zu krampfen und bitterlich zu weinen.

Nun habe ich seit knapp drei Jahren einen wundervollen Partner, der diese Flashbacks von Beginn an versuchte zu verstehen und ihnen "richtig" zu begegnen. Es fragt sich jedoch, was dabei das Richtige ist, da ich es nicht einmal selbst beschreiben könnte. Aber: Es wurde besser. Wir haben gemeinsam an zwei traumatischen Beziehungssachen meiner Vergangenheit gearbeitet und haben Kniffe erlernt, diese Flashbacks in den Griff zu bekommen.
Ab und an habe ich schlecht geträumt oder ein kleines Unwohlsein gespürt, aber es kam zu keinen großen Katapultieren in die Vergangenheit.

Bis diese Woche.
Tag drei. Flashback drei.

Es fing aus dem Nichts wieder an. Wir hatten einen intimen Moment und zack da war es wieder. Das Verkrampfen, die Angst und meine Tränen. Schlimmer aber waren die Bilder. Ich war unfähig etwas zu sagen oder an etwas anderes zu denken. Am nächsten Tag, gestern also, das gleiche noch einmal. Seit langem wieder Flashbacks und das gleich so kurz hintereinander. Ich frage mich aus welchem Grund. Eigentlich werde ich das gefragt und habe diesmal keine Antwort. Es gab keinen konkreten Auslöser, den es sonst nicht auch gab. Ich hatte es damals akzeptiert, dass es wohl zu mir gehöre, aber dann war es weg. Jetzt ist es wieder da. Wieso?

Ich weiß, dass ich mir in diesen Momenten keinen Kopf machen sollte. Unter Stress kann es schließlich nicht besser werden, aber das sagt sich leichter als es ist.

Heute - ein neuer Flashback. Neu diesmal nicht im Sinne von erneut, sondern ein weiterer, bisher unbekannter Flashback. Ich war vor einigen Jahren Beifahrer bei einem Autounfall, den mein damaliger Partner verursachte. Dieser Mensch prägte mich durch seine agressive Art nachhaltig. Es beeinflusste mein Angstempfinden, sodass ich eine Fehlinterpretationen von ungefährlichen Situationen vornahm und mit Angespanntheit bis hin zur Panik reagierte. Auch das verlor sich mit meiner jetzigen Beziehung weitesgehend.
Heute saß ich in der Bauart des Autos von dieser Person. Das ähnliche Auto, indem wir damals den Unfall hatten, den er verursachte. Wir fuhren los und ich erkannte noch, dass es die gleiche Ausstattung in dem Auto meines Bekannten war wie das damals. Ich bekam ein ungutes Gefühl, also schaute ich aus dem Fenster hinaus. Ich erkannte noch die gleichen Fensterheber und dann kam der Flashback. Ich begann zu weinen und wollte nicht berührt werden. Ich steigerte mich weiter hinein und auf einmal war es wieder weg, nachdem ich der Situation untern Tränen einen Namen gegeben hatte.

Aber wieso?
Wieso drei Flashbacks? Wieso? Keine Ahnung! Wie kommt ein neuer dahin? Keine Ahnung! Und weiter? Keine Ahnung!
Ich weiß nicht mal, wieso ich das so halb öffentlich schreibe...

Flashbacks kann ich nicht gut beschreiben. Es fühlt sich ein wenig an wie ein sehr realer Albtraum, nur dass man eben wach ist. Manchmal bekomme ich es mit, an anderen Tagen bin ich einfach wie gelähmt und abwesend. Schlimm sind beide Reaktionen, die einen sind für meinen Gegenüber intensiver und die wachen Momente sind für mich anstrengender. Beide Arten fordern mich in körperlicher Form und ich fühle mich hinterher schwach und klein. Nervlich sind sie ebenfalls sehr fordernd. Die schlimmen Ängste noch einmal zu erleben, ohne sie erklären zu können und damit noch anderen zu schaden, fühlt sich wirklich unschön an.

Ich weiß nicht, wie das kam oder was ich deswegen jetzt unternehmen soll. Entspannen und es einfach ruhig angehen lassen wäre wohl das Beste, aber wie? Ja ich bin ratlos. Ich habe eine Möglichkeit, aber die bereitet mir Angst. Ich müsste es bearbeiten und mich vielleicht nach Jahren wieder intensiv damit auseinandersetzen. Ich bin müde und es eindeutig leid unter meiner Vergangenheit zu leiden. Auch wenn es bisher nur in meinen eigenen vier Wänden war. Jetzt, da es auch in der Öffentlichkeit auftrat und ich nicht möchte, dass es mich in der Art weiter intensiv beeinflusst, muss ich es wohl doch bearbeiten. Ich habe einfach nur Angst vor der Angst. Bisher kam sie versteckt und ging wieder, aber wenn ich daran arbeite wäre sie vielleicht öfter da.

Ich bin ratlos und für jeden Rat dankbar. Entschuldigt meinen schlechten und sensiblen Text und danke fürs durchhalten.

1 Kommentar:

  1. Verdrängen und versuchen zu vergessen hilft eigentlich niemals. Ich denke auch du solltest versuchen die Energie aufzubringen dich damit zu beschäftigen. Idealerweise mit professioneller Hilfe. Mag sein, dass das vieles wieder hervor holt, aber sehr wahrscheinlich kannst du dann besser damit umgehen, selbst wenn es vorübergehend häufiger vorkommen sollte. Nimm der Vergangenheit die Macht über dich, ich bin mir sehr sicher du kannst das schaffen!

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