Mittwoch, 21. September 2016

Bei ihm angekommen


Ich habe das Gefühl, als fester Bestandteil akzeptiert zu werden. Seine Eltern planen mich mit ein und lassen mich auch mal allein - auch mit seinem Bruder. Seine Mama und ich sprechen Sachen und Zukunftsplanungen gemeinsam ab und reden über vieles. Sein Hund und ich sind ein Herz und eine Seele geworden. Sein Bruder kommt jetzt zu mir kuscheln und wir unternehmen gemeinsame Sachen.

Einen Abend haben wir über meinen Laptop gemeinsam "Findet Nemo" geschaut. Wir lagen nebeneinander auf dem Bauch und irgendwann legte er seinen Kopf auf meine Schulter. Ich gab ihm einen Kuss auf die Stirn. Es fühlte sich an als wäre er mein kleiner Bruder, wobei dieser nun schon älter ist und wir leider nicht mehr so viel unternehmen.

Ich fühle mich in der Wohnung wohl und kenne mich langsam aus, wo was steht und was wann gemacht werden muss. Ich kenne seine Großeltern und hatte das Gefühl dort gern gesehen zu sein. Dabei hat ein Gespräch das geändert.
Mein Freund sagte mir, dass seine Oma das Gefühl habe, dass ich ihn verbessere und ihn vereinnahme. Er hätte nichts zu melden... Aber das ist absoluter Irrsinn. Wenn wir etwas erzählen, dann verbessere ich ihn, aber nur weil es so aus mir quillt und ich eben so bin. Ich bin manchmal auch ein wenig frech, aber er weiß ja wie ich das meine. Ich bin eben so... Kommt das wirklich so dominant, nur weil man lebhaft ist und etwas sagen möchte? Sollte ich mich zurück nehmen? Wenn ich so vereinnahmend bin und er nichts zu sagen hat, warum ändere ich dann Gewohnheiten, breche Kontakte weitestgehend ab und frage ihn nach seiner Meinung? Warum sollte ich das tun?

Was ist aus der Zeit geworden, an der wir harmonisch rüber kamen? Gefühlsmäßig hat sich bei uns nichts geändert. Oder hat seine Familie Angst, weil ich die erste intensive Beziehung für ihn bin? Ich beginne darauf zu achten, was ich sage und wie ich rüber komme. Ich beginne mich zu verstellen. Ich bin ängstlich. Ängstlich davor, dass ich wirklich irgendwann nicht mehr ich bin.

Ich weiß, dass ich mich nicht ändern soll. Manchmal denke ich auch gar nicht nach, aber ich kann es nicht aufhalten, dass es mir in den Sinn kommt. Ich wünsche mir, dass ich dieses Gespräch nicht gehabt hätte... Oder werde ich nochmal mit der Oma reden? Ich weiß es nicht. Auf jeden Fall scheine ich jetzt angekommen zu sein, egal ob gut - oder negativ.

Sein Vater meint auch, dass er nichts zu melden habe... Aber wenn einem alles soweit egal ist und der andere Organisationstalent hat und etwas erleben möchte, ist es doch richtig, dass man für einander handelt. Oder? Ich bin ratlos. Bin ich so ein schlimmer Mensch? Nur weil ich weiß, was ich will oder besser, was ich nicht mehr will? Ich bin skeptisch.

Ich bin froh, dass ich ihn habe. Er ist genau das, wonach ich gesucht habe. Sanft, immer da und herzlich - aber auch in-den-Arsch-tretend, ehrlich und ermutigend. Verschmust, gemütlich, Nähe-suchend - aber auch actionreich, fleißig und Freiraum-gebend. Er ist nahezu perfekt, objektiv betrachtet. Subjektiv gesehen ist er perfekt für mich. <3 Ich fühle mich wohl. Ich bin angekommen.

Dienstag, 6. September 2016

Wunsch nach Personen



Wenn ich könnte, hätte ich gern die Möglichkeit verflossene Personen vom irgendwo wieder zurück in mein Leben zu wünschen.
Auch wenn ich ohne Frage glücklich bin und mich nicht leer oder unvollständig fühle, wünsche ich mir den Kontakt zu einigen Personen zurück. Das Sprichwort "Wo sich eine Tür schließt, öffnen sich andere schöne Möglichkeiten" kann ich in personeller Hinsicht nicht teilen. Ich brauche keine Personen verlieren, damit sich andere Möglichkeiten eröffnen. Es gibt in der Tat 2 Personen, die ein Leben ohne mich führen, von denen es mich schon ziemlich interessiert. 

Sie fehlen mir. Der Mann fehlt mir auf die bereits beschriebene Kryptonit-Weise. Es ist ein Schmerz, der wahrscheinlich nie vergehen mag - kein Schmerz nicht mit ihm zusammen zu sein und ihn an eine andere verloren zu haben, sondern diese Art von schrecklichem Gefühl, wenn du jemanden durch einen kleinen Fehler verlierst und nie wieder wirklichen Kontakt hast. Es tut weh, zu wissen, dass du zu viel in dieser Person gesehen hast, wobei er nicht einmal die Liebe deines Lebens war. Auch vermisse ich eine Frau, zu der ich sehr wohl viel empfunden habe und das auf jede erdenkliche Art - angefangen von Freundschaft,  über Liebe, über Liebeskummer, weiter mit Wut und letztendlich auch ein Vermissen. Diese Phasen wechselten oft, weil wir (jedenfalls für mich) eine besondere Bindung zu einander hatten. Jedenfalls möchte sie mich scheinbar nicht mehr in ihrem Leben. Sie meint, ich würde ihr etwas bedeuten und dass sie so nach dem Motto genau deswegen keinen Kontakt zu mir haben kann/möchte, aber das ist unfair und falsch. 
Mich machen beide Personen wütend. Die eine mit ihrer abweisenden, psychologischen Art und die andere mit ihrer puren Abwesenheit und völliger Freundlichkeit wenn man sich doch mal sieht. Es frustriert mich Menschen zu verlieren, die angeblich auch etwas für dich empfinden. Dieser Verlust scheint entweder nicht bemerkt oder vollkommen unfreiwillig zu sein. Und was macht er für einen Sinn, wenn beide Personen ihn nicht wollen?
Mich macht es froh, wenn ich was über sie höre, aber es macht mich auch wütend. Ich fühle mich oft, als würde ich ihnen nichts bedeuten oder gar je bedeutet haben, aber das will ich nicht glauben. Es würde es einfacher machen, wenn sie mir nichts bedeuten würden oder ihre Bedeutung durch die Ferne an Intensität verliert, aber so ist es nun mal nicht. Es macht mich wütend zu sehen, dass sie ohne mich glücklich sind, dabei bin ich auch glücklich. Ebenfalls gönne ich ihnen ja ein freudiges Leben. Ich denke dieses Gefühl, welches ich empfinde, ist eigentlich keine Wut, sondern Trauer und Eifersucht. Vor allem Eifersucht. Es ist als hätte ich erst vor kurzen gelernt Eifersucht zu empfinden und es macht mich froh, dass ich sie empfinde. (Auch wenn das sehr verwirrend sein mag) Es gibt eben nur 3 Personen, bei denen ich bisher dieses Gefühl empfinden konnte.

Zudem weiß ich nicht mehr, wie ich darüber reden soll. Ich weiß nicht mehr wen ich ansprechen soll, da ich es schon zu oft beklagt habe, sie zu vermissen. Ich möchte nicht immer wieder zu ein und der gleichen Person gehen. Andererseits habe ich auch nicht den Wunsch, dass sie denken, ich sei "geheilt" oder es beschäftige mich nicht mehr. Ich weiß, dass ich verstanden werde, wahrscheinlich auch von Fremden, aber das will ich nicht. Ich würde mir lieber diese Personen durch einen Wunsch wieder in mein Leben holen, auch wenn das nicht geht und ziemlich egoistisch ist. 
Ich stelle mir oft den Kontakt vor, den es geben könnte, wenn er oder sie wieder in meinem Leben sind. Manchmal machen diese Gedanken den Schmerz größer, aber sie helfen auch oft. Ich bin im Großen und Ganzen mit der Situation ziemlich hilflos, aber man wächst mit seinen Aufgaben. Die Frage ist nur, ob es eine Aufgabe, ein Schmerztest oder ein Fakt ist. 



Ich wünschte, ich könnte sie mir wieder wünschen.