Panik.
Ich fühle mich gerade wohl und doch überkommt mich ein Gefühl der Panik. Es ist dieser eine Moment von damals, der es in mir auslöst. Warum auch immer, aber es ist so.
In den Armen des liebsten Menschen - geborgen und beschützt und dennoch steigt es in dir auf. Langsam vom Bauch kommend schiebt es sich zu deinen Rippen und schnürt dir die Luft ab. Es kommt weiter nach oben und drückt dir einen dicken Kloß in den Hals. Weiter zum Kopf. Ist dieses Gefühl dort angekommen, nistet es sich ein und du bekommst es erst einmal nicht weg.
Kurzschlussreaktionen.
Wegdrehen. Unfähig auch nur ein Wort zu sagen. Das Gefühl, dass deine Stimme nicht mehr da ist und du nichts mehr sagen kannst. Kein Schreien, kein 'Hilfe!' - nichts. Stummes Auf-der-Seite-liegen und in den leeren Raum starren. Keine Emotionen - oder doch?
Erinnerungen.
Jedes kleinste Detail an diesen Moment von damals. Das Haus - jeder Raum - Dekoration - den Garten - den Rasenmäher und das Gedicht, was man damals schrieb. Die Person - seine Stimme - sein Aussehen - jede Kleinigkeit. Andere Momente - seltene, schöne - viele schmerzhafte - Situationsabläufe. Familie von diesem Menschen - Mutter, Vater - Großeltern - weite Verwandte - Freunde, und dessen Häuser, jedes kleinste Detail davon.
Qualvoll.
So qualvoll ist jede Erinnerung. Jeder neue Gedanke schnürt die Luft weiter ein. Es ist nicht möglich an etwas anderes zu denken. Niemand kann helfen. Es geht nicht vorbei. Diese Qual muss man einfach aushalten, bis man erschöpft einschläft. Kein körperlicher Schmerz könnte dass annähernd ausgleichen, was man gerade fühlt. Es ist einem bewusst und trotzdem sehnt man sich nach anderem Schmerz. Ablenkung. Aber auch die hilft nicht. Nichts hilft.
Tränen.
Heiße Tränen vor unerträglichem Schmerz. Viele Tränen. Ein Weinen, welches dir Kopfschmerzen bereitet. Die Tränen fließen an deinen Wangen hinunter. Über deinen Hals aufs Bett. Die Nase füllt sich mit dem Gefühl des Ertrinkens. Abwischen der Tränen würde nichts bringen - also bleibt man still liegen und hofft.
Hoffnung.
Worauf könnte man hoffen? Dass die Bilder im Kopf aufhören? Das wird nicht passieren. Dass man einschläft? Man ist aber noch hellwach. Keine Hoffnung könnte den Moment überschatten und ihn retten. Also abwarten bis es irgendwann weniger wehtun wird.
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