Donnerstag, 26. März 2020

Und dann kommt das Leben dazwischen - Entwurf


Mir wurde schon immer gesagt: Wer vorher plant, plant zweimal. Gern habe ich diesen Rat auch immer wieder verträumt angehört. Konnte ich es jemals verinnerlichen?
Es scheint in meiner Natur zu liegen, viel zu organisieren und zu planen. Ich bin vernarrt in das Planen und daher gehe ich in meinem Job als Projektkoordinatorin auch unglaublich auf. Ich erstelle Terminpläne, muss Zeitpläne einhalten und den Herausforderungen des Alltags gewappnet sein. Aber auch privat, bin ich unter Stress sehr motiviert. So räume ich besonders gern vor Feiern und Besuch auf, bin unter Zeitdruck sehr produktiv und kann vor allem gut Ideen einbringen.
Schon als Mädchen hatte ich immer einen Plan. Ich wusste, welchen Beruf ich erlernen und ausüben wollte, wenn ich erwachsen würde. Mein Leben war mit meinem ersten Partner fest durchgeplant. Ich wusste genau, wie meine Hochzeit aussehen würde, wann ich Kinder bekäme und wie mein Leben eben ablaufen sollte. Ich hatte meine kleine persönliche Seifenblase, denn dazu neige ich eben. Ich romantisiere und plane durch. Aber was soll ich sagen, es hätte niemals klappen können, denn ich hatte vergessen die (unvorhersehbaren) Hürden des Lebens „einzuplanen“. Ich war naiv und ich glaube, ich bin es noch.
Heute erst habe ich mich dabei erwischt, dass ich etwas neben der Spur bin, wenn mein Zeitplan zu scheitern droht. Vielleicht ist es auch mal wieder das Gefühl, die Kontrolle zu verlieren. Denn es gab in meiner Jugend einen Zeitpunkt, an dem ich verinnerlicht habe, dass ich die Kontrolle haben möchte. Ich möchte nicht wieder nur zusehen müssen und mich machtlos fühlen. Hier sind wir an der Herausforderung Nummer zwei: Man kann weder alles planen, noch es kontrollieren.