Sonntag, 30. August 2015

Nähe

Ich bin eigentlich ein sehr offener Mensch und mag es von Freunden und netten Menschen Nähe zu bekommen. Eigentlich.
Seit ein paar Wochen ist das komplett anders. Ich würde mich am liebsten in meine kleine Seifenblase von Träumen und Privatsphäre zurück ziehen und keinen mehr an mich heran lassen. Ich möchte für mich alleine weinen können und nur noch sehr wenige Menschen von mir wissen lassen, was mich berührt. Doch auch Geselligkeit lag mir immer sehr nah am Herzen. Meist half sie mir von meinem Ausschluss an der Gesellschaft wegzukommen. Die Ironie erklärt sich glaube ich von selbst. Ich weiß einfach gerade nicht, wie ich das alles in Einklang bringen kann.

 Heute habe ich ein Herzensmensch meiner Freundin getroffen und wir haben zusammen fast eine volle Stunde lang Zeit verbracht. Bald schon merkte ich, dass es mir sehr schwer fällt ihn längere Zeit anzusehen, einen kleineren Bewegungsfreiraum als 50 cm zu haben oder eben auch ihn zu umarmen. Ich weiß, dass ich also für seine Verhältnisse sehr abweisend gewesen sein muss, da er ein Mensch ist, der sehr nah ist. Er erzählte mir, dass sehr wenige damit klarkommen und dann überlegte ich, wie ich eigentlich bin. Ich mag Nähe sehr und umarme viele Menschen - einfach, weil sie mir sympathisch sind. Heute war es anders. Ich konnte es nicht. Ich wollte absolut keine Nähe. Wir haben zusammen überlegt, warum ich es nicht ertragen kann. Der Grund war zu simpel - Ich bin einfach zu verletzt. Verletzt von meinen Träumen, meinen Hoffnungen und meinen Gedanken an diese eine Person. Schon wieder fehlen mir die Worte, wenn es um ihn geht. Ich kann es einfach alles nicht mehr ertragen. Ich wünsche mir momentan nichts mehr als seine Nähe oder zumindest seine Aufmerksamkeit erlangen zu können.Wenn ich enttäuscht werde wird es der schlimmste Schmerz, den ich bisher erfahren musste, glaube ich. Was mir dann noch hilft, kann ich momentan nicht einschätzen, aber will ich es überhaupt riskieren?
Eigentlich warte ich auf diesen einen schwachen Moment, in dem ich einfach zu ihm fahre ohne ihm vorher zu schreiben. Und es klingt verlockender als je zuvor. Meine beste Freundin nahm mir ein wenig den Wind aus den Segeln, indem sie meinte, dass er momentan ein richtiger Arsch sei. Er ist sehr mit sich selbst beschäftigt und würde mich nicht wahrnehmen oder gar wieder zurückweisen, damit er keine weiteren "Freunde" ertragen muss. Trotz allem kann ich es nicht akzeptieren. Ich möchte ihn wiedersehen, mit ihm sprechen, ihn umarmen. Bei dieser Vorstellung muss ich jedes Mal weinen, weil sie einfach eine zerplatzte Illusion ist - sagt man mir. Seine Nähe wäre Balsam für meine Seele.

In der vergangenen Woche gab es eigentlich nur eine Person, die mir wirklich nah war. Meine Freundin und ich sind uns näher gewesen als je zuvor. Es tut sehr gut und erfüllt mich mit so viel Liebe, dass es all den Schmerz gerade mal erträglich macht. Es tut mir mittlerweile so weh, dass meine Partner nichts mehr Wert scheinen. Wenn man meine letzten Einträge so liest, kommt nur diese verblasste Person vor - fast ausschließlich. Dabei schätze ich meine Beziehungen wirklich sehr und bin unglaublich stolz, dass ich 2 Menschen um mich habe, die mich trotz allem Theater so lieben wie ich bin.

Ich hoffe einfach so sehr, dass ich es schaffe stark zu bleiben. Ich möchte aber auch nicht innerlich zerreißen müssen, weil ich es nicht versucht habe Kontakt aufzubauen. Was hilft mir wirklich? Nähe scheint es nicht zu sein.

Sonntag, 16. August 2015

Angst vs. Liebe

Es ist das stärkste Gefühl nach der Liebe meiner Meinung nach. Es kann dir aber auch nichts mehr Angst machen als die Liebe oder als die Person die du liebst. Ich habe Angst. Um ihn. Wegen ihm. Gestern hätte ich alles für ihn getan falls er wirklich in diese Schwierigkeiten geraten wäre. Ich habe mir genau überlegt, dass ich alles für ihn geben würde. Ich war wie eine Glucke. Er wollte mich nicht. Dennoch war ich da. Immer. Jetzt noch immer? Was am Morgen passierte machte mir mehr Angst als je etwas zuvor. Als je jemand zuvor. Angst verletzt zu werden. Körperlich.  Psychisch bin ich es schon. Und dennoch blieb ich um meine Schwester zu schützen. Er sagt er liebt mich. Dass ich das beste bin, was jemandem passieren kann - und er das schlechteste. Er würde mir nie etwas tun und würde aufpassen, dass mir nichts passiert. Das kann er sich sparen. Er könnte mich richtig verletzen. Ich bin so verrannt in unsere Liebe. Und ich weiß, dass ich mehr liebe als er. Und vielleicht macht es die Angst noch stärker. Ihm zu beweisen, dass er mich dabei haben kann ohne dass es ihm peinlich ist. Ohne dass mich Fremde allein antreffen. Er könnte mich stolz an seiner Seite haben. Er könnte. Er macht es nicht. Ich habe Angst vor allem. Vor ihm. Vor uns. Vor mir.

- Keine Worte - nur Angst - kaputt zu gehen - ihn zu verlieren - zu gehen - zu sehr verletzt zu sein -
Aber die Liebe ist stärker! ♡